Der Alzeyer Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit eine Anpassung der Parkgebühren im Stadtgebiet beschlossen. Die neuen Tarife sollen abhängig von der technischen Umsetzung im Laufe des Jahres 2026 eingeführt werden. Ziel ist eine veränderte Nutzung des Parkraums sowie die Mitfinanzierung geplanter Investitionen in die Parkinfrastruktur.
Hintergrund der Entscheidung
Die Gebühren für rund 600 bewirtschaftete Parkplätze in der Innenstadt waren seit mehr als 20 Jahren kaum verändert worden. Seit 2015 kostet eine Parkstunde 60 Cent. Nach Angaben der Stadt liegt Alzey damit deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Städte. Gleichzeitig seien die allgemeinen Kosten für Verkehr und Infrastruktur in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Mit der neuen Preisgestaltung soll die Nutzung des Parkraums angepasst und eine stärkere Rotation auf zentralen Stellplätzen erreicht werden. Zudem verweist die Stadt auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und des Radverkehrs in den vergangenen Jahren.
Investitionen in Parkanlagen geplant
Ein wesentlicher Teil der Mehreinnahmen soll in die Parkinfrastruktur fließen. Allein die Sanierung der Tiefgarage wird auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen ein neues Parkleitsystem sowie der Bau eines Parkdecks in der Friedrichstraße mit rund 250 zusätzlichen Stellplätzen.
Die Stadt rechnet mit jährlichen Mehreinnahmen von etwa 250.000 Euro. Diese sollen zur Mitfinanzierung der genannten Maßnahmen eingesetzt werden.
Mehr Fluktuation auf zentralen Plätzen
Besonders an stark nachgefragten Standorten wie Obermarkt und Museumsplatz sollen höhere Gebühren längere Parkzeiten unattraktiver machen. Nach Darstellung der Stadt werden diese Flächen häufig von Pendlern genutzt, die ihr Fahrzeug dort den ganzen Arbeitstag abstellen. Dadurch entstehe zusätzlicher Suchverkehr und ein Mangel an freien Stellplätzen für Kurzzeitbesucher.
Für längere Aufenthalte verweist die Stadt auf Alternativen wie die Tiefgarage, den Parkplatz Zentrum oder den Parkplatz an der Stadthalle.
Änderungen beim Bewohner- und Dauerparken
Auch die Gebühren für Bewohnerparken werden angehoben. Künftig kostet der Bewohnerparkausweis 90 Euro pro Jahr. Nach Angaben der Stadt decken die bisherigen Beträge den Verwaltungs- und Kontrollaufwand nicht mehr.
Beim Dauerparken werden ebenfalls neue Tarife eingeführt. Diese gelten unter anderem für die Tiefgarage, die Parkplätze an der Sickinger Straße, der Ostdeutschen Straße sowie an der Stadthalle. Park-and-Ride-Angebote am Bahnhof und am Pendlerparkplatz in der Jean-Braun-Straße werden ebenfalls teurer, bleiben aber unter den innerstädtischen Dauerparkgebühren.
Digitales Parken bleibt bestehen
Die Stadt will das Angebot des Handyparkens weiter ausbauen. Am Parkautomaten bleibt weiterhin die Bezahlung in 20-Cent-Schritten möglich. Damit soll Kurzparken weiterhin erleichtert werden.
Neue Parkgebühren im Überblick
Allgemeines Parken im Stadtgebiet
1,00 Euro pro Stunde
Kurzparken: 20 Cent für zwölf Minuten
Obermarkt und Museumsplatz
2,00 Euro pro Stunde
Dauerparken
Sickinger Straße, Ostdeutsche Straße, Stadthalle: 60 Euro pro Monat
Tiefgarage: Tagesparker (7 bis 23 Uhr) 65 Euro pro Monat, Dauerparker 90 Euro pro Monat
Über die Verwaltung vermietete Stellplätze in der Innenstadt: 65 Euro pro Monat (ab 1. Januar 2027 und bei Neuverträgen)
Park-and-Ride am Bahnhof
Tagesticket: 3,00 Euro
Wochenticket: 8,00 Euro
Monatsticket: 20,00 Euro
Jahresticket: 200,00 Euro
Bewohnerparken
90 Euro pro Jahr
Behindertenparkplätze bleiben weiterhin kostenfrei.

































