ALZEY (k)-Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung hat die Stadt Alzey am vergangenen Montag den Startschuss für die Weiterentwicklung der Innenstadt Nord gegeben. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen in der Nikolaikirche zusammen, um gemeinsam Ideen zu sammeln und zentrale Herausforderungen zu diskutieren. Ziel ist es, die Innenstadt grüner, lebendiger und vielseitiger zu gestalten – ein Anspruch, den Bürgermeister Steffen Jung in seiner Eröffnungsrede noch einmal deutlich betonte.
Im Mittelpunkt der Beteiligungsphase stehen vier Themenfelder: Klima und öffentlicher Raum, Mobilität, Wirtschaft und Transformation sowie Wohnen und städtebauliche Qualität. Entlang dieser Schwerpunkte tauschten die Teilnehmenden ihre Eindrücke aus und markierten auf Themenwänden sowohl bestehende Stärken als auch Handlungsbedarf.
Zum Einstieg sorgte der Kinderchor der Evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Kantor Hartmut Müller für einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen. Anschließend füllten sich die Pinnwände zügig mit Anregungen: Für das Thema Klima und öffentlicher Raum wurden unter anderem bestehende Grünflächen wie die Sitzgruppe an der Spießgasse hervorgehoben. Gleichzeitig äußerten viele den Wunsch nach mehr Grün, Urban Gardening, Entsiegelung, zusätzlichen Fahrradständern sowie mehr Wasserflächen im Stadtgebiet.
Auch beim Thema Mobilität zeigte sich großes Interesse. Während vorhandene Carsharing-Angebote positiv bewertet wurden, wurden Parkleitsysteme, familienfreundlichere Parkplätze, besser ausgestattete Bushaltestellen und barrierearme Bordsteine gefordert. Eine autofreie Innenstadt wurde kontrovers diskutiert – stets vor dem Hintergrund, die Erreichbarkeit für Kundschaft aus dem Umland weiterhin sicherzustellen.
Im Bereich Wirtschaft lobten die Teilnehmenden den aktiven Verkehrsverein und die Vielzahl kleiner, eigentümergeführter Geschäfte. Gleichzeitig wurde die Bedeutung bezahlbarer Mieten für neue Angebote deutlich. Ideen reichten von mehrsprachiger Beschilderung über ein Ärztehaus bis hin zu einer Suppenküche. Kritikpunkte zur städtebaulichen Qualität betrafen unter anderem fehlenden Schatten auf dem Museumsplatz, überfüllte Mülleimer oder die Frage, warum das ehemalige Postverteilungszentrum nicht Teil des Fördergebiets ist. Zudem äußerten Bürgerinnen und Bürger den Wunsch nach mehr Kulturveranstaltungen und vielfältigeren Wohnformen wie Mehrgenerationenprojekten.
Die Innenstadt Nord ist Teil des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren Aktive Stadt“, das wichtige Impulse für eine moderne Stadtentwicklung geben soll. Mit der Übernahme des Zentrenmanagements durch das Büro STADT BERATUNG Dr. Sven Fries ab dem 1. Dezember entsteht in der Hellgasse 16 eine neue Anlaufstelle für alle, die sich aktiv beteiligen möchten.
Alle Anregungen fließen in das integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ein, das bis Mitte 2026 fertiggestellt und anschließend dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden soll. Danach benötigt das Konzept noch die Zustimmung des Innenministeriums Rheinland-Pfalz. Parallel zur Veranstaltung läuft noch bis zum 11. Januar eine digitale Bürgerumfrage, die unter https://www.survio.com/survey/d/alzey abrufbar ist.
Im Frühjahr plant die Stadt eine weitere öffentliche Veranstaltung, um die gesammelten Ideen erneut zur Diskussion zu stellen und die Bürgerschaft eng in den weiteren Prozess einzubeziehen. Bürgermeister Jung rief die Anwesenden dazu auf, sich weiterhin aktiv zu beteiligen: „Jetzt ist es an uns allen, die Innenstadt Nord mitzugestalten.“


































