
ALZEY-WORMS (k)- Der Übergang von der Schule in den Beruf stellt für viele junge Menschen eine entscheidende und zugleich herausfordernde Phase dar. Mit dem Schulabschluss enden vertraute Strukturen, neue Entscheidungen stehen an – nicht immer können Jugendliche in dieser Zeit auf ausreichende familiäre Unterstützung zurückgreifen. Um junge Menschen auf diesem Weg besser zu begleiten und langfristig erfolgreiche Bildungs- und Berufsbiografien zu ermöglichen, haben sich bereits im Jahr 2019 verschiedene Akteure zur Bildungsregion Alzey-Worms zusammengeschlossen.
Zu diesem Netzwerk gehören der Landkreis Alzey-Worms, die Verbandsgemeinden und die Stadt Alzey, die Agentur für Arbeit Mainz, das Jobcenter Alzey-Worms, die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen sowie die Handwerkskammer Rheinhessen. Ziel ist es, Bildungsgerechtigkeit zu fördern, den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten und stabile Rahmenbedingungen für gelingende Bildungswege zu schaffen.
Ein zentraler Baustein der Bildungsregion ist die enge Zusammenarbeit mit den Schulen im Landkreis. Mit der Vereinbarung zur Entwicklung der Bildungsregion, der Einrichtung eines Bildungsbüros und der Gründung der Jugendberufsagentur Alzey-Worms wurden hierfür bereits wichtige Grundlagen gelegt. In der Praxis wurden bereits Kooperationen mit der Otto-Hahn-Schule in Westhofen, dem Elisabeth-Langgässer-Gymnasium in Alzey sowie der Realschule plus in Eich geschlossen.
Nun ist mit der Erich-Kästner-Realschule plus in Wörrstadt eine weitere Schule Teil des Netzwerks. Bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zeigte sich Landrat Heiko Sippel erfreut über die Erweiterung: Die passgenaue Unterstützung an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf sei entscheidend, um einen nahtlosen Übergang ins Berufsleben zu ermöglichen. Zugleich leiste die Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Stärkung der regionalen Wirtschaft.
Auch Bürgermeister Markus Conrad unterstrich die Bedeutung der Kooperation. Die Bildungsregion verstehe sich als verbindendes Netzwerk zwischen Schulen, Jugendhilfe, Arbeitsmarkt und Wirtschaft. Nur durch gemeinsames Handeln ließen sich zukunftsfähige Bildungsbiografien und verlässliche Entwicklungschancen für Kinder und Jugendliche schaffen.
Aus Sicht der Schule betonte Schulleiter Martin Uckert, dass Lehrkräfte im Schulalltag immer wieder vor großen Herausforderungen stünden, wenn es um die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern auf dem Weg in den Beruf gehe. Unterschiedliche Startchancen machten eine gezielte Förderung notwendig. Wichtig sei es daher, verlässliche Ansprechpartner zu kennen und auf deren Unterstützung zurückgreifen zu können.
Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Institutionen – darunter Marion Hesse (Agentur für Arbeit Mainz), Ilka Huber (Jobcenter Alzey), Dominik Ostendorf (Handwerkskammer Rheinhessen) und Dr. Florian Steidl (IHK für Rheinhessen) – machten deutlich, dass es ein gemeinsames Anliegen sei, Jugendlichen bestmögliche Perspektiven zu eröffnen. Die Aufgabe, niemanden auf dem Weg ins Berufsleben zurückzulassen, lasse sich nur im Verbund bewältigen. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Jugendberufsagentur, die junge Menschen unter 28 Jahren im Landkreis bei ihrer persönlichen, sozialen und beruflichen Entwicklung begleitet.
Wie wirkungsvoll diese Unterstützung sein kann, zeigten die Berichte zweier Schüler und einer Schülerin der Erich-Kästner-Realschule plus. Sie schilderten, dass es ihnen mit den vermittelten Hilfsangeboten gelungen sei, Schwierigkeiten zu überwinden, Selbstvertrauen zu gewinnen und erfolgreich ins Berufsleben zu starten.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen „Markt der Möglichkeiten“, bei dem verschiedene Unterstützungseinrichtungen ihre Angebote vorstellten. Zudem bot der mobile Maker Space der Handwerkskammer Rheinhessen im Werkraum der Schule praktische Einblicke in handwerkliche Berufe und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern eine direkte, praxisnahe Berufsorientierung.
































