Im Beisein von Stadtbürgermeister Steffen Jung (1.v.l.), Familienangehörigen, der Kreisbeigeordneten Ute Klenk-Kaufmann (1.v.r.) und dem Leiter der Kommunalaufsicht Jan Weindorf (2.v.r) überreichte Landrat Heiko Sippel (2.v.l.) Sabine Schwabe (3.v.l.) die Urkunde zum Ehrenamt des Monats. Foto: Kreisverwaltung Alzey-Worms/Anuschka Weisener
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ALZEY (k)- In einer feierlichen Zeremonie hat Landrat Heiko Sippel die Insektenforscherin Sabine Schwabe mit dem Prädikat „Ehrenamt des Monats Dezember“ ausgezeichnet.

Der Landrat ehrte die aus Alzey stammende Forscherin für ihre langjährige und unermüdliche Arbeit im Natur- und Artenschutz. Die seit 2023 vergebene Auszeichnung ging damit zum zweiten Mal an eine Einzelperson.In seiner Laudatio hob Sippel insbesondere Schwabes wissenschaftliche Leistungen hervor. Große Aufmerksamkeit erregte ihr Nachweis des als ausgestorben geglaubten Käfers Nicrophorus germanicus, des sogenannten Deutschen Totengräbers.

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Dieser Fund sorgte nicht nur regional, sondern auch deutschlandweit und international für Beachtung und wurde als wissenschaftliche Sensation gewürdigt.

Eingereicht wurde der Vorschlag für die Auszeichnung von Kreisbeigeordneter Ute Klenk-Kaufmann. Sie betonte, Schwabe habe mit ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement einen nachhaltigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität geleistet. Die Ehrung sei eine verdiente Anerkennung für eine Arbeit, die weit über das übliche Maß hinausgehe und zeige, wie wirkungsvoll ehrenamtlicher Einsatz für den Schutz der Natur sein könne.

Ein Schwerpunkt von Schwabes Arbeit liegt in umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen. Mehr als 900 Stunden investierte sie in das Projekt „Tod ist Leben“ im Naturschutzgebiet Rosengarten in Gundersheim. Die Studie belegt eine Steigerung des Insektenvorkommens um mehr als 400 Prozent durch die Auslegung von Wildtierkadavern. Darüber hinaus untersuchte sie im Gebiet Höllenbrand in Gundersheim die Nahrungsgrundlage des vom Aussterben bedrohten Steinschmätzers sowie den Einfluss des Weinbaus auf die Insektenvielfalt.

Auch in der Kartierung von Insektenarten in Rheinhessen und im Landkreis Alzey-Worms ist Schwabe engagiert. Ihr Fokus liegt dabei auf Tag- und Nachtfaltern, Käfern, Wanzen und Heuschrecken. Die Ergebnisse ihrer Arbeit fließen in Pflege- und Schutzkonzepte ein, die von Naturschutzverbänden und Kommunen genutzt werden.

Neben der Forschung engagierte sich Schwabe bis 2024 als ehrenamtliche Leiterin der Naturkindergruppe „Die BUNDspechte“. Dort vermittelte sie Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren Wissen über die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Ihre Arbeit ist dabei stets von dem Ziel geprägt, Begeisterung für Natur- und Artenschutz weiterzugeben.„Was man kennen, lieben und verstehen lernt, wird man auch schützen“, sagt Schwabe. Mit Exkursionen, Vorträgen sowie ihrer Öffentlichkeitsarbeit – auch über soziale Medien – trägt sie dazu bei, das Thema Insektensterben stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken.

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