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276 neue Bauplätze in zehn Ortsgemeinden: In der Verbandsgemeinde Alzey-Land werden derzeit umfangreiche neue Wohnbauflächen ausgewiesen. Insgesamt 24 Ortsgemeinden gehören zur Verbandsgemeinde, zehn von ihnen erweitern ihre Siedlungsflächen um teils mehrere Hektar. Nach Angaben der Verwaltung entstehen oder entstehen bis spätestens 2027 insgesamt 276 neue Bauplätze.

In Erbes-Büdesheim, Gau-Odernheim, Wahlheim, Gau-Heppenheim und Bechtolsheim stehen zusammen 153 neue Bauplätze zur Verfügung. Den größten Anteil hat Gau-Odernheim mit 65 Grundstücken. In Mauchenheim, Eppelsheim, Flomborn, Freimersheim und Nack werden weitere 123 Bauplätze erschlossen oder befinden sich in Planung.

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Moderates Bevölkerungswachstum innerhalb von zehn Jahren

Ein Blick auf die Einwohnerentwicklung der vergangenen zehn Jahre zeigt ein insgesamt moderates, aber nicht flächendeckendes Wachstum. Von den 24 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Alzey-Land konnten 16 ihre Einwohnerzahlen steigern. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 lebten insgesamt 723 Menschen mehr in der Verbandsgemeinde als noch zehn Jahre zuvor.

Bürgermeister Steffen Unger bewertet diese Entwicklung als Zeichen wachsender Attraktivität, verweist zugleich aber auf die damit verbundene Verantwortung für Infrastruktur, Daseinsvorsorge und kommunale Planung.

Ungleiche Entwicklung zwischen den Gemeinden

Die Bevölkerungsgewinne und -verluste verteilen sich ungleich. Die größten Einwohnerzuwächse verzeichneten Gau-Odernheim (+312 auf 4.134 Einwohner), Bechtolsheim (+161 auf 1.833) und Ober-Flörsheim (+147 auf 1.362). Gleichzeitig verloren Eppelsheim (–130 auf 1.160), Nack (–43 auf 576) und Nieder-Wiesen (–26 auf 596) Einwohner.

Unverändert bleiben Gau-Odernheim als größte und Dintesheim als kleinste Gemeinde der Verbandsgemeinde. Dintesheim wuchs innerhalb von zehn Jahren leicht um sechs Personen auf 161 Einwohner.

Alternde Bevölkerung als zusätzlicher Faktor

Parallel zum Bevölkerungswachstum verändert sich die Altersstruktur deutlich. Lag der Anteil der über 60-Jährigen im Jahr 2015 noch bei 24 Prozent, so beträgt er inzwischen 32 Prozent. Der Anteil junger Menschen bis 29 Jahre blieb mit rund 29 Prozent nahezu konstant. Die demografische Alterung stellt zusätzliche Anforderungen an Wohnraum, Infrastruktur und Ortsentwicklung.

Leerstände trotz Neubau

Trotz steigender Einwohnerzahlen kämpfen viele Ortsgemeinden weiterhin mit leerstehenden Wohnhäusern, insbesondere in den Ortskernen. Bundesweit liegt der Wohnungsleerstand bei rund 4,3 Prozent, in ländlichen Regionen werden teils Quoten von bis zu zehn Prozent erreicht. (Quelle) Auch im Alzeyer Land stehen Gebäude teils seit Jahren ungenutzt, häufig bedingt durch Sanierungsbedarf, Eigentumsverhältnisse oder fehlende wirtschaftliche Perspektiven.

Dennoch entsteht neuer Wohnraum überwiegend am Ortsrand, während vorhandene Bausubstanz nur begrenzt reaktiviert wird.

Flächenverbrauch als wachsende Herausforderung

Die Ausweisung neuer Baugebiete erfolgt größtenteils auf bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen. In der agrarisch geprägten Region Rheinhessen führt dies zu einem dauerhaften Verlust von Acker- und Weinbauflächen. Mit wachsender Bevölkerung verschärft sich damit der Zielkonflikt zwischen Wohnraumbedarf, Leerstandsproblematik und Flächenschutz.

Die Entwicklung zeigt, dass künftige Ortsplanung zunehmend vor der Aufgabe steht, Neubau, Innenentwicklung und demografische Veränderungen stärker miteinander zu verzahnen.

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