Fotoquelle: Stadtverwaltung Alzey

ALZEY (k)- Wie kann die Energiewende in der lokalen Wirtschaft gelingen? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 70 Unternehmerinnen und Unternehmer beim Unternehmerfrühstück am 3. März im Weinhotel Kaisergarten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Ergebnisse einer aktuellen Befragung zu Energie- und Klimaschutzmaßnahmen in Alzeyer Betrieben.

Marcel Klotz stellte die Auswertung vor und gab Impulse für eine engere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Stadtverwaltung. Ziel sei es, Unternehmen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen und gleichzeitig wirtschaftliche Chancen aufzuzeigen.

Wirtschaft bereits aktiv

Die Befragung zeigt, dass viele Unternehmen in Alzey bereits konkrete Schritte in Richtung Energieeffizienz und erneuerbare Energien unternommen haben. In zahlreichen Betrieben wurde die Beleuchtung bereits vollständig auf LED-Technik umgestellt. Auch Maßnahmen wie Gebäudedämmung oder der Ausbau von Photovoltaikanlagen stehen bei vielen Unternehmen weit oben auf der Agenda.

Gleichzeitig wurden aber auch Herausforderungen deutlich. Während viele Betriebe bereits zumindest teilweise Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen, gestaltet sich die Umstellung der Wärmeversorgung häufig schwieriger. Gründe sind unter anderem ungeeignete Systemtemperaturen in Bestandsgebäuden oder komplexe Mietverhältnisse, die den Einsatz von Wärmepumpen erschweren.

Auch beim Ausbau von Photovoltaik gibt es Grenzen: Statische Probleme oder verwinkelte Dachflächen verhindern in manchen Fällen, dass vorhandene Potenziale vollständig genutzt werden können.

Diskussion über Wirtschaftlichkeit

In den anschließenden Gesprächen standen vor allem zwei Themen im Mittelpunkt: die wirtschaftliche Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom sowie die Zukunft von Gasheizungen.

Ein Ansatz ist die Nutzung von sogenannten Power-Purchase-Agreements (PPA), bei denen Unternehmen gemeinsam Lösungen für die Vermarktung von selbst erzeugtem Strom entwickeln. Gleichzeitig wurde die Installation neuer Gasheizungen kritisch diskutiert. Vor allem Immobilienvertreter wiesen darauf hin, dass steigende CO₂-Preise langfristig zu höheren Nebenkosten führen könnten – ein Risiko, das sowohl Vermieter als auch Unternehmen betreffe.

Stadt will Austausch weiter stärken

Die Stadtverwaltung sieht sich dabei als Impulsgeber und Partner der lokalen Wirtschaft. Klimaschutzmanager Klotz kündigte an, künftig regelmäßig über den Fortschritt der kommunalen Wärmeplanung zu informieren, damit Unternehmen frühzeitig einschätzen können, welche Entwicklungen in Alzey zu erwarten sind.

Darüber hinaus plant die Stadt weitere Netzwerktreffen mit praxisnahen Themen. Vorgesehen sind unter anderem Einblicke in die Netzentwicklungsstrategie der EWR Netz GmbH, Informationen zu Fördermöglichkeiten sowie Erfahrungsberichte aus städtischen Projekten.

So setzt die Stadt beispielsweise in Gebäuden wie der Friedhofskapelle oder der Kita „Haus der Klänge“ bereits auf digitale Energiemanagementsysteme, die Temperaturen bedarfsgerecht regeln und Leckagen – etwa durch defekte Toilettenspülungen – schnell erkennen können.

Interesse an Vernetzung groß

Das Interesse der Unternehmen an Energiethemen ist laut Stadtverwaltung weiterhin hoch – nicht zuletzt aufgrund steigender Energiekosten. Der Austausch zwischen Stadt und Wirtschaft soll deshalb künftig über direkte E-Mail-Kommunikation und das etablierte Format des Unternehmerfrühstücks weiter ausgebaut werden.

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