Alsheim (as) – Am Sonntag wandte sich eine Laufgruppe an unsere Redaktion, nachdem sie bei einem Trainingslauf einen Jungfuchs in äußerst schlechtem Zustand aufgefunden hatte. Das Tier irrte auf einem Feldweg in den Weinbergen bei Alsheim in der Verbandsgemeinde Eich umher, war stark durchnässt, unterkühlt und vollständig mit Schlamm bedeckt. Bereits vor Ort wurde deutlich, dass ohne zügiges Eingreifen akute Gefahr für das Tier bestand.„Wir haben ringsum alles abgesucht, das arme Tier muss wohl den Abhang herunter gefallen sein, das Muttertier kommt wohl nicht mehr an ihn ran oder findet es gar nicht erst, denn es ist weit und breit nichts zusehen. Es hat vor 5 Stunden aufgehört zu regnen, d.h. mindestens so lange rennt der kleine schon völlig durchnässt umher“, so eine Finderin aus der Gruppe.

Es wurden direkt Videodaten an die Redaktion übermitteltt, um die Situation einschätzen zu können. Diese wurden umgehend an den erfahrenen und mittlerweile weltweit bekannten Tierretter Michael Sehr von der Berufstierrettung Rhein-Neckar weitergeleitet. Dessen Rückmeldung erfolgte ohne Verzögerung: Der Jungfuchs müsse schnellstmöglich gesichert werden, um seine Überlebenschancen zu wahren.

Erstversorgung in unseren Redaktionsräumen

Transport zur Tierrettung organisiert

Um keine Zeit zu verlieren wurde das Tier vor Ort gesichert und zunächst in unsere Redaktion verbracht. Hier erfolgte die Erstversorgung durch trocknen und wärmen des jungen Rotfuchses. Die Redaktionsleitung selbst fuhr das geschwächte Jungtier dann direkt zur Berufstierrettung Rhein-Neckar nach Hochdorf-Assenheim. Dort erfolgte auch gleich die erste Versorgung und Untersuchung durch den erfahrenen Spezialisten.

Tierretter Michael Sehr begutachtet den geschwächten Rotfuchs

Noch am selben Tag in fachkundiger Obhut

Parallel kümmerte sich Sehr um eine geeignete Wildtier-Auffangstation. Noch am selben Tag konnte der geschwächte Jungfuchs dort auch aufgenommen werden. In der Station zeigte sich schnell, wie kritisch der Zustand war: Das Tier war extrem erschöpft, ausgekühlt und musste in der ersten Nacht engmaschig überwacht werden. Erst in den frühen Morgenstunden stabilisierte sich der Zustand leicht. Die Pfleger sind jedenfalls sehr zuversichtlich, da keine Krankheiten festgestellt werden konnten. „Es war richtig und wichtig so schnell zu handeln. Das Tier hatte einiges an Sand bereits gefressen und war sehr geschwächt“ heißt es im Gespräch mit der Wildtierstation TIERART.

Endlich in Sicherheit

Weitere Schritte und Berichterstattung geplant

Am heutigen Dienstag konnte nun auch eine offizielle Meldung an die zuständige Verwaltung der Verbandsgemeinde Eich erfolgen.

Die Redaktion wird die Entwicklung des Jungfuchses weiter begleiten und über dessen Verlauf berichten. Das Interesse an dem Fall ist nach bekannt werden in den sozialen Medien bereits jetzt schon sehr groß. Auch erste TV-Medien haben sich angekündigt und planen, über die Rettung und die Arbeit der Wildtierstationen und diesen speziellen Fall zu berichten.

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Weitere Informationen
Völlig unterkühlt und durchnässt wurde der Fuchs von freundlichen Helfern aufgefunden

Einblick in die Arbeit von TIERART

Im Nachgang konnte die Redaktion mit der Pressesprecherin Eva Lindenschmidt von TIERART gGmbH sprechen. Sie machte deutlich, dass die Versorgung von Jungtieren mit erheblichem Aufwand verbunden ist.

Allein grundlegende Untersuchungen und Behandlungen – darunter Schnelltests auf Krankheiten wie Staupe oder Parvovirose, Laboruntersuchungen, Entwurmung, Impfungen sowie das Setzen eines Mikrochips – summieren sich pro Tier auf rund 160 Euro. Hinzu kommen laufende Futterkosten, die je nach Alter des Tieres im Schnitt zwischen 70 und 90 Euro pro Monat liegen. Dabei ist die Station rein auf Spenden angewiesen.

Da Jungfüchse in der Regel mehrere Monate in der Station bleiben, entstehen für ein Tier schnell Gesamtkosten von etwa 600 Euro – ohne Personal-, Unterbringungs- und Betriebskosten.

Auch bei anderen Wildtieren zeigt sich der hohe Aufwand. So fallen etwa bei der Aufzucht von Europäischen Wildkatzen zusätzliche Kosten für genetische Analysen, umfangreiche Tests und eine aufwendige Fütterung an, die schnell mehrere Tausend Euro erreichen können.

Wer den Verein aktiv unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende über folgende Bankverbindung tun:

TIERART gGmbH
Bankname: GLS Bank
IBAN: DE12 4306 0967 2062 0784 00
BIC: GENODEM1GLS

Hilfestellung – was tun bei einem Wildfund?

Kurzfassung: Nicht anfassen, nicht mitnehmen, erst prüfen, dann handeln.

1. Abstand halten und beobachten
Viele Jungtiere wirken hilflos, sind es aber nicht. Bei Rehkitzen, Hasen oder Füchsen ist die Mutter oft in der Nähe. Erst einmal 20–30 Minuten aus der Distanz beobachten.

2. Nur eingreifen, wenn wirklich nötig
Eingreifen ist sinnvoll, wenn:

  • das Tier sichtbar verletzt ist
  • es apathisch wirkt oder stark unterkühlt ist
  • es sich an einem gefährlichen Ort befindet (Straße, Baugrube etc.)
  • die Mutter sicher tot ist

3. Nicht einfach mitnehmen
Wildtiere unterliegen dem Jagdrecht. „Mitnehmen und zuhause versorgen“ ist rechtlich und fachlich problematisch – und oft schädlich für dasTier.

4. Fachleute kontaktieren

  • örtlicher Jäger (über Polizei erreichbar)
  • Tierrettung Deutschland
  • NABU
  • Wildtierauffangstation in deiner Region
  • Polizei, wenn akute Gefahr besteht

5. Nur im Notfall sichern
Wenn das Tier z. B. mitten auf der Straße sitzt: vorsichtig sichern (Handschuhe, Decke), in einen Karton setzen, ruhig und dunkel lagern – keine Fütterung, kein Wasser einflößen.

Typische Fehler

  • „Süß, nehme ich mit“ → falsch
  • Füttern → oft tödlich
  • Zu früh eingreifen → trennt Jungtier von Mutter

Sehr hilfreich ist auch die App – Wildtier SOS

Du hast ein verletztes oder einsames Wildtier gefunden und weißt nicht, was zu tun ist?

In einer solchen Situation zählt jede Sekunde – aber falsche Hilfe kann oft mehr schaden als nützen. Mit der Wildtier SOS App hast du den Experten für den Wildtierschutz immer in der Hosentasche. Wir führen dich ruhig und kompetent durch den Notfall.

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