Alzey-Kirchheimbolanden (as). Ein Vorfall zwischen einer Kundin und einer Hundetrainerin in der Filiale der Volksbank Alzey-Worms eG in Kirchheimbolanden sorgt für Diskussionen. Nach einer Presseanfrage der Alzeyer Zeitung hat auch die Bank zu den Ereignissen Stellung genommen. Die beteiligte Trainerin kündigte inzwischen rechtliche Schritte an.
Auseinandersetzung im Kassenbereich
Der Vorfall ereignete sich am Freitag, 27. Februar 2026 gegen 17.00 Uhr. Eine Schülerin der Hundetrainerin Marion Fuchs von der Hundeschule „Sitz, Platz und mehr“, die zugleich Kundin der Bank ist, hatte während einer Trainingseinheit darum gebeten, einmal mit ihrem Hund den SB-Kassenbereich der Filiale betreten zu dürfen. Ziel war es, den Hund kontrolliert an Alltagssituationen in öffentlichen Innenräumen zu gewöhnen.
Zu diesem Zeitpunkt befand sich bereits eine Kundin mit Hund im Raum. Nach Schilderungen von Beteiligten reagierte diese darauf unmittelbar gereizt und forderte, dass gewartet werden solle bis sie fertig sei, sie arbeite schließlich hier und es befindet sich bereits ein Hund in diesem Bereich. Fuchs und ihre Schülerin warteten daraufhin mehrere Minuten vor dem Eingangsbereich.
Als der Bereich dann anschließend dennoch betreten wurde, eskalierte die Situation. Die Kundin reagierte erneut verbal aggressiv, bezeichnete eine weitere Hundebesitzerin als „blöde Kuh“ und drohte damit, ihren Hund loszulassen. Zudem kam es nach übereinstimmenden Angaben von Beteiligten im Eingangsbereich zu einem körperlich übergriffigen Verhalten der Kundin gegenüber der Hundetrainerin.
Bank sieht keine eigene Beteiligung
Die Volksbank erklärte auf Anfrage „Der Vorfall ereignete sich zwar in unseren Räumlichkeiten, jedoch ohne jegliche Beteiligung unsererseits“, erklärte Vorstandssprecher Tobias Schmitz.
Zum Zeitpunkt des Geschehens seien keine Mitarbeiter der Bank anwesend gewesen. Bei der beteiligten Kundin habe es sich ebenfalls nicht um eine Mitarbeiterin des Hauses gehandelt.
Keine Auswertung möglicher Videoaufnahmen
Eine Auswertung möglicher Videoaufnahmen werde in diesem Zusammenhang nicht vorgenommen, heißt es: „Videoaufnahmen werden in einem solchen Fall aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht ausgewertet“, so Schmitz.
Hilfestellungen künftig nicht mehr in der Filiale
Die Bank bestätigte, dass sie nach dem Vorfall Kontakt zur Hundetrainerin Marion Fuchs aufgenommen habe. Sie sei gebeten worden, entsprechende Trainings künftig nicht mehr in den Räumlichkeiten der Filiale durchzuführen.
„Diese sind unseren Kunden und deren Bankgeschäften vorbehalten“, erklärte Schmitz. Grundsätzlich sei es Kunden jedoch weiterhin erlaubt, angeleinte Hunde in die Filialen mitzunehmen.
Trainerin kritisiert Vorgehen der Bank
Fuchs reagierte auf die Stellungnahme der Bank mit deutlicher Kritik. „Es wirkt auf mich durchaus befremdlich, dass man der Aussage einer einzelnen Person hier blind vertraut, ohne das Videomaterial überhaupt gesichtet zu haben“, erklärt sie gegenüber der Alzeyer Zeitung.
„Zudem handelte es sich bei meiner Schülerin um eben einer Kundin dieser Bank und sie bat um Hilfestellung, um eigentlich genau solche Situationen zu vermeiden“, so Fuchs, die sich zunächst auch erfreut zeigt, dass Hunde von Kunden angeleint weiterhin mit in den SB Bereich dürfen, aber eben nur ohne Begleitung profesioneller Hilfe, erscheint der erfahrenen Hundetrainerin durchaus etwas widersprüchlich.
Unverständlich sei für sie vor allem auch der Umgang mit vorhandener Technik. Wenn Kameras installiert seien, erscheine es schwer nachvollziehbar, dass diese im Konfliktfall nicht genutzt würden. „Dass man Videoaufnahmen macht, diese aber bei einem solchen Vorfall mit dem Hinweis auf Datenschutz gar nicht erst auswertet, ist für mich schwer nachvollziehbar“, so Fuchs.
Grundsätzlich könne sie nachvollziehen, dass die Bank von ihrem Hausrecht Gebrauch mache und kein Training in den Räumen wünsche. Gleichzeitig verweist sie auf den Hintergrund des Trainings. „Es hat sich hier um eine kontrollierte Situation gehandelt – es wird immer wieder einmal vorkommen, dass ein zweiter Kunde mit Hund die Räumlichkeiten betritt, ohne dass ein Trainer oder eine Trainerin dabei ist“, sagte Fuchs. „Die Kundin hätte aus der Situation sogar einen Nutzen ziehen können, gerne hätte ich auch ihr erklärt, wie und warum ihr Hund, der im Übrigen völlig gelassen war, was die Situation umso mehr überflüssig machte, sich verhält“, so die Hundetrainierin, mit der Zusatzausbildung für Problemhunde.
„Hunde aus solchen vermeintlichen Konfliktsituationen nie auszusetzen, heißt im Fall des Falles den Verlauf dem Schicksal zu überlassen – und das kann im Sinne von niemandem sein“, so die Trainerin.
Strafanzeige angekündigt
Angesichts der Eskalation durch die Kundin habe sie sich nun zu rechtlichen Schritten entschlossen. „Eigentlich sollte sich unsere Justiz um andere Dinge kümmern können, als um eine sich nicht im Griff habende Bankkundin“, sagte Fuchs. Dennoch sehe sie sich aufgrund des aggressiven und handgreiflichen Verhaltens gezwungen, Strafanzeige gegen Unbekannt zu erstatten.






























