Symbolbild KI generiert

Alzey (as) – Der Umgang mit Müll sorgt in Alzey immer wieder für Diskussionen – und bleibt ein sensibles Thema. Während private Haushalte zunehmend kontrolliert werden und bei falscher Trennung auch mit Sanktionen rechnen müssen, entsteht bei Teilen städtischer Einrichtungen ein vermeintlich anderes Bild: Hier scheint die Umsetzung teils deutlich langsamer voranzugehen. Genau diese Diskrepanz sorgt nun erneut für Kritik und Unverständnis bei Eltern.

Beschwerden aus der Elternschaft werfen konkret ein kritisches Licht auf die Mülltrennung in Alzeyer Kindertagesstätten. Es geht dabei unter anderem um das Hanni-Kipp-Haus. Eine Mutter schildert gegenüber der Redaktion deutliche Missstände: „Da wird alles in einen Container geschmissen.“ Sie sieht darin auch ein pädagogisches Problem: „Kein Wunder, dass die Kinder keine Mülltrennung lernen und überall alles hinwerfen.“

Auch ein weiteres Elternteil äußert deutliche Kritik – insbesondere mit Blick auf den Umgang mit privaten Haushalten: „Es kann doch nicht sein, dass Bürgern quasi in die private Mülltonne geschaut wird, vorgeschrieben ihren Müll korrekt zu trennen und bei Verstößen sogar Strafen drohen, während in städtischen Einrichtungen ‚alles kreuz und quer entsorgt‘ werde“ so ein Vater.

Selbst eine Erzieherin habe sich beschwert und erst daraufhin wäre man aktiv geworden, heißt es aus der Elternschaft.

Stadt widerspricht pauschaler Darstellung

Die Stadtverwaltung weist diese Darstellung in dieser Form zurück. Eine ‚grundlegende Mülltrennung‘ gebe es in den Einrichtungen bereits seit längerer Zeit. „Nein, so pauschal trifft das nicht zu“, heißt es aus dem Rathaus. Demnach würden insbesondere Restmüll und Biomüll schon länger getrennt erfasst, wobei Biomüll vor allem im Küchenbereich anfalle.

Unterschiedliche Standards in den Einrichtungen

Allerdings bestätigt die Stadt, dass die Umsetzung derzeit nicht einheitlich ist. Während im Hanni-Kipp-Haus und im Haus der Klänge bislang Biomüll und Restmüll getrennt werden, geht man in anderen Einrichtungen bereits weiter: In der Kita Walter Zuber wird zusätzlich Papier getrennt, in der Kita Am Sonnenberg auch Verpackungsmüll.

Die Unterschiede begründet die Verwaltung mit variierenden Ausstattungen und organisatorischen Gegebenheiten. Ziel sei es, diese Unterschiede zeitnah zu beseitigen.

Vereinheitlichung bis Sommer geplant

Aktuell arbeite die Stadt daran, die Mülltrennung in allen städtischen Kitas auszubauen und zu standardisieren. Noch vor den Sommerferien 2026 sollen zusätzliche Mülleimer und Sammelcontainer für Papier und Verpackungen angeschafft werden. Es gehe dabei ausdrücklich nicht um einen Neustart, sondern um eine „Weiterentwicklung und schrittweise Ausweitung bestehender Entsorgungsstrukturen“.

Diskussion auch um Umweltaktion

Im Zusammenhang mit dem Thema Abfall sorgt auch die Aktion „Sauberhaftes Alzey 2026“ für Diskussionen. Dabei hatten Teilnehmer als Dank unter anderem Gutscheine für eine bekannte Fast-Food-Kette erhalten. Kritik daran entzündet sich vor allem an der grundsätzlichen Ausrichtung solcher Unternehmen: In Gesprächen mit Beteiligten wird darauf verwiesen, dass gerade solche Unternehmen für einen hohen Anteil an Verpackungsmüll bekannt seien – teils auch bei vergleichsweise kleinen Speisen. Dies stehe aus Sicht der Kritiker im Widerspruch zu einer Aktion, die sich gerade der Müllvermeidung und Stadtreinigung widmet.

Die Stadt erklärt hingegen, dass das Angebot zur Verpflegung der Helfer von einem lokalen Betreiber ausging und als Unterstützung für die Aktion dankend angenommen wurde. Rund 400 Teilnehmer hätten sich in diesem Jahr an der Reinigungsaktion beteiligt.

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