Bad Kreuznach (as) – Bei einem Vorfall an einem Informationsstand der AfD in der Bad Kreuznacher Innenstadt sind am Mittwochnachmittag neun Menschen leicht verletzt worden. Zwei Betroffene wurden vorsorglich zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht, konnten dieses später jedoch wieder verlassen.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 16.10 Uhr im Bereich der Mannheimer Straße und der Brückenhäuser. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurde aus einem angrenzenden Gebäude eine Flüssigkeit in Richtung des AfD-Standes geschüttet. Mehrere Menschen kamen dabei mit Spritzern in Kontakt und erlitten leichte Hautreizungen. Insgesamt registrierten die Einsatzkräfte neun Verletzte.
Nach dem Vorfall waren Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst mit einem größeren Aufgebot im Einsatz. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Reinigung des betroffenen Bereichs. Nach Angaben der Polizei bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Aufgrund der offenbar geringen Menge der verwendeten Flüssigkeit sei nach bisherigem Kenntnisstand auch nicht mit schweren Verletzungen zu rechnen.
Tatverdächtiger ermittelt
Die Polizei konnte nach eigenen Angaben einen Tatverdächtigen ermitteln. Zu dessen Identität sowie zu einem möglichen Motiv wurden bislang keine näheren Angaben gemacht. Die Hintergründe des Vorfalls sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Noch nicht abschließend geklärt ist auch, um welche Flüssigkeit es sich genau handelte. Die AfD hatte in einer ersten eigenen Pressemitteilung erklärt, es habe sich um konzentriertes Chlorphenol beziehungsweise ein Desinfektionsmittel gehandelt. Die Polizei erklärte dagegen zunächst, die genaue Zusammensetzung der Substanz müsse noch untersucht werden. Auch WELT berichtet unter Berufung auf die bisherigen Erkenntnisse über eine Flüssigkeit, die bei Hautkontakt Reizungen hervorrufen kann.
AfD sprach zunächst von sieben Betroffenen
In ihrer unmittelbar nach dem Vorfall veröffentlichten Pressemitteilung hatte die AfD zunächst von sieben Personen gesprochen, die gesundheitlich behandelt und vom Rettungsdienst versorgt worden seien. Die später veröffentlichten Angaben der Polizei gehen dagegen von insgesamt neun leicht verletzten Personen aus.
Am Informationsstand befanden sich nach Angaben der Partei unter anderem die Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst und Sebastian Münzenmaier sowie die Landtagsabgeordneten Damian Lohr und Jürgen Klein. WELT berichtet ebenfalls, dass mehrere AfD-Politiker vor Ort waren.
Die AfD bezeichnet den Vorfall als gezielten Angriff auf ihren Informationsstand. Ob und inwieweit ein politisches Motiv vorliegt, ist bislang allerdings nicht offiziell bestätigt. Die Ermittlungen zu Tatablauf, Hintergründen und verwendeter Substanz dauern an.
























