Robert Habeck (Bündnis 90 / Die Grünen), Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Ilya Yuffa, Geschäftsführender Vizepräsident Eli Lilly and Company und Präsident Lilly International, Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, Edgardo Hernandez , Geschäftsführender Vizepräsident Eli Lilly and Company. Foto: Ely Lilly

Berlin-Alzey (as) – Eli Lilly and Company gab in seiner Pressekonferenz in Berlin und Alzey bekannt, 2,5 Milliarden US-Dollar (2,3 Milliarden Euro) in den Bau einer neuen Hightech-Produktionsstätte in Alzey (Rheinland-Pfalz) investieren zu wollen. Das Unternehmen plant zudem Investitionen von bis zu 100 Millionen US-Dollar in das Start-Up- Ökosystem der Life-Science- und Biotech-Branche Deutschlands. An der Pressekonferenz nahmen neben Unternehmensvertretern auch Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck sowie Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach teil.

Mit der geplanten Anlage in Alzey will Lilly sein weltweites Produktionsnetzwerk für injizierbare Medikamente und die dazugehörenden Injektionshilfen (Pens) ausbauen. Damit soll die wachsende Nachfrage u.a. nach Diabetes- Medikamenten zuverlässig bedient werden. Seit 2014 hat Lilly sein Portfolio um insgesamt 21 Medikamente erweitert und plant, in den kommenden Jahren weitere Arzneimittel einzuführen.

Der neue Produktionsstandort in Alzey soll 2027 in Betrieb genommen werden und bis zu 1.000 hochqualifizierte Fachkräfte wie Ingenieure, Anlagenbediener und Wissenschaftler beschäftigen. Am Standort in Alzey sollen durch modernste Technologien, wie Automatisierungstechnik und Hochgeschwindigkeits-Fertigungslinien, Medikamente hergestellt werden, die Menschen zu einem besseren Leben verhelfen, schreibt Lilly in einer Pressemitteilung. Arbeitskräfte der pharmazeutischen Industrie in Deutschland werden mit ihrer umfassenden Erfahrung eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der Versorgung mit inkretinbasierten Medikamenten von Lilly spielen. Während des Baus, der ab 2024 geplant ist, sollen weitere bis zu 1.900 Arbeitsplätze entstehen.

„Mit jeder Investition in unsere Produktionskapazitäten weltweit engagieren wir uns für die Patientinnen und Patienten von heute – und für die Menschen, die unsere Medikamente vielleicht in Zukunft benötigen“, sagte Edgardo Hernandez, Executive Vice President und President, Lilly Manufacturing Operations. „Dieser hochmoderne Produktionsstandort für injizierbare Medikamente mit neuester Technologie wird uns in die Lage versetzen, auch weiterhin zuverlässig sichere und qualitativ hochwertige Arzneimittel bereitzustellen.“

Mit dem geplanten Werk in Alzey wird Lilly insgesamt sechs Produktionsstandorte in Europa betreiben, darunter einen im nahe gelegenen Fegersheim bei Straßburg in Frankreich, und damit operative Synergien schaffen. Durch das frühzeitige Einbinden von Germany Trade & Invest (GTAI) und die vertrauensvolle Zusammenarbeit über den gesamten Zeitraum hinweg war es Lilly möglich, unter verschiedenen attraktiven Optionen den für dieses Großvorhaben bestmöglichen Standort zu finden. Lillys Investition in Alzey hängt vom Abschluss der Genehmigungen des Landes und der lokalen Behörden ab.

So könnte die Produktionsstätte in Alzey aussehen – Foto: Lilly

Dr. Robert Habeck, Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, sagte: „Die Ansiedlungsentscheidung ist eine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie schafft neue und zukunftsfähige Arbeitsplätze, zeigt das Vertrauen der Unternehmen in die Attraktivität unseres Pharma- und Industriestandorts und trägt zu einer verbesserten Gesundheitsversorgung unserer Bürgerinnen und Bürger bei. Mit der Neuansiedlung wird mit Hightech-Produktionsanlagen sowie Forschung und Entwicklung ein wichtiger Beitrag zur industriellen Wertschöpfung am Standort Deutschland geschaffen.“

Prof. Dr. Karl Lauterbach, Bundesminister für Gesundheit, betonte: „Diese Investition bestärkt die Bundesregierung in ihren Bemühungen, den Pharmastandort Deutschland wieder attraktiver zu machen. Das zeigt: Gute innovative Produkte kann man zuverlässig in Deutschland entwickeln und produzieren. Aber wir werden die Rahmenbedingungen für Forschung und Produktion noch weiter verbessern. So sichern wir Patientinnen und Patienten den schnellen Zugang zu neuen Therapieoptionen und machen uns unabhängiger von brüchigen Lieferketten. Europa braucht eine starke Pharmaindustrie und Forschung – auch für eine gute und sichere Gesundheitsversorgung. Deutschland will hier neue Impulse setzen.“

In den zurückliegenden drei Jahren hat Lilly Investitionen von mehr als 11 Milliarden US-Dollar in Produktionsstätten weltweit bekanntgegeben. Diese sollen dabei helfen, Patientinnen und Patienten zuverlässig mit sicheren und innovativen Medikamenten versorgen zu können. Lilly wird auch weiterhin in den Ausbau seiner globalen Produktion investieren, um die erwartete Nachfrage nach potenziellen neuen Medikamenten zur Behandlung von Diabetes und Adipositas, der Alzheimer-Krankheit, Krebs und Autoimmunerkrankungen zu bewältigen.

„Wir bei Lilly suchen immer nach Partnern, die unsere Vision teilen, das Leben von Menschen zu verbessern, und uns dabei unterstützen wollen, die nächste Generation von Medikamenten auf den Markt zu bringen“, sagte Ilya Yuffa, Executive Vice President und President von Lilly International. „Mit unseren Investitionsplänen in Alzey wollen wir Kooperation und Innovation in Deutschland und Europa auf ein neues Level heben und gemeinsam ein Ziel verfolgen: nachhaltige Lösungen für Patient:innen finden.“

Mit den ebenfalls heute bekanntgegebenen Investitionen von bis zu 100 Millionen US-Dollar will Lilly in Europa seine Beziehungen zum wissenschaftlichen und öffentlichen Sektor stärken, das Start-Up-Ökosystem der Life-Science-Branche unterstützen und die wachsende Präsenz von Lilly in Europa diversifizieren. Das Ziel: die Entwicklung innovativer Medikamente beschleunigen, die das Leben der Menschen weltweit verbessern können.