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Alzey (as) – Am heutigen Donnerstag, 03.12.2020 demonstrierten Schüler des Elisabeth Langgässer Gymansiums in Alzey zur ersten und zweiten Schulstunde. Die Schüler möchten erreichen, dass Wechselunterricht eingeführt wird, um den Abstand zu erhöhen und die Kontakte zu reduzieren.

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Schule sind keine Treiber der Pandemie?

Schulen sind keine Treiber der Pandemie, so hört und liest man immer wieder, doch stimmt dies auch? Immer mehr Virologen melden sich zu Wort, die gerade weiterführenden Schulen eine zentrale Rolle im Infektionsgeschehen zuschreiben. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie im Universitätsklinikums Halle, Prof. Alexander S. Kekulé erwähnt in einem phönix-Interview, dass es gerade an weiterführenden Schulen immer wieder schwerste Ausbrüche gebe. Jugendliche Schüler seien „ganz starke Treiber der Pandemie. Das ist ohne Wenn und Aber erwiesen.“ 

Virologe Kekulé plädiert für Wechselunterricht in den weiterführenden Schulen – sofort

Weiter sagt der Wissenschaftler: „Bei den älteren Schülern, also bei uns Gymnasium, weiterführende Schule, da ist es ganz klar, da sehen wir das Gleiche auf der ganzen Welt, dass es schwerste Ausbrüche gibt. Die Jugendlichen, ich sag mal so 15, 16, 17 Jahre alt, sind ganz starke Treiber der Pandemie.  Das ist ohne Wenn und Aber erwiesen. Deshalb müsste man darauf ein größeres Augenmerk legen.“ Kekulé plädiert daher dafür, in den weiterführenden Schulen umgehend auf Wechselunterricht umzustellen, um die Abstandsregel in den Klassenräumen einführen zu können. Auch das Robert-Koch-Institut empfiehlt, in Risikogebieten ab einem Inzidenzwert von 50 Neuinfizierten innerhalb von einer Woche auf 100.000 Einwohner die Schulen in den Wechselunterricht zu nehmen, doch ein Bundesland und kaum ein Landkreis hält sich daran.

“Der Wechselunterricht hat am ELG bereits vor den Sommerferien über die verwendete Softwareplattform IServ bei den Älteren in der Masse sehr gut funktioniert“, sagt Tristan Schnürr, der diese Demo mit organisiert hat. Jeder verfüge über ein Handy bzw. einen PC / Laptop. Über die Plattform können Aufgaben verteilt und bewertet werden, jede Klasse hat seinen eigenen Klassenraum, es gibt Gruppen und Ordner für jedes Fach und Konferenzräume. Die Hausaufgaben wurden wöchentlich bereit gestellt. Die Schüler haben diese am PC oder im Heft gemacht, eingescannt via Handy-App und im Portal hoch geladen. Von dort aus wurden die Aufgaben von den Lehrern korrigiert und es gab ein ordentliches Feedback. Zum Teil persönlich, zum Teil für die Klasse. Wenn alle falsch lagen wurden Videokonferenzen angesetzt.

“Warum geht man diesen Weg nicht erneut?”
Diese Frage stellte sich die Schülervertretung und riefen daher zum öffentlichen Protest auf dem Schulhof auf.

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