Die Alltagsbegleitung wird vom DRK Kreisverband Alzey-Worms zum Ende des Jahres eingestellt

ALZEY (as) – Der DRK Kreisverband Alzey wird die Alltagsbegleitung zum 31. Dezember 2026 einstellen. Das bestätigte Kreisgeschäftsführerin Alik Owassapian-Vanhonsebrouck im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Entscheidung sei Mitte der Woche vom Präsidium einstimmig getroffen worden und habe vor allem wirtschaftliche Gründe.

Nach Angaben der Geschäftsführerin habe der Kreisverband über einen Zeitraum von vier Jahren versucht, das Angebot tragfähig aufzustellen. „Es ging in den letzten vier Jahren jedoch immer weiter in die roten Zahlen“, so Owassapian-Vanhonsebrouck. Jährlich sei ein hohes fünfstelliges Defizit entstanden. Zusätzlich habe sich die Wettbewerbssituation verschärft: In und um Alzey seien zwei weitere Anbieter im Bereich Alltagsbegleitung hinzugekommen, was die Auslastung weiter reduziert habe. Mit der vorhandenen Personalstruktur und der Zahl der betreuten Personen sei ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich gewesen.

Versorgung der Klienten soll gesichert werden

Aktuell betreut der Kreisverband nach eigenen Angaben rund 130 Personen im Rahmen der Alltagsbegleitung. Diese sollen trotz der Schließung weiterhin versorgt werden. „Die werden wir auch unterbekommen“, erklärte die Geschäftsführerin zuversichtlich. Geplant sei unter anderem ein Informationsschreiben an alle Betroffenen, um frühzeitig über die Veränderungen zu informieren und Alternativen aufzuzeigen. Die vergleichsweise lange Vorlaufzeit bis Ende 2026 sei bewusst gewählt worden, um ausreichend Zeit für Übergangslösungen zu schaffen.

Angebote für Mitarbeiter – keine Abfindungen vorgesehen

Von der Schließung sind etwa 25 Mitarbeiter betroffen. Laut Kreisverband sollen diese jedoch nicht ohne Perspektive bleiben. Bereits in einer internen Versammlung am gestrigen Donnerstag sei den Beschäftigten ein Angebot zur Weiterbeschäftigung im familienunterstützenden Dienst unterbreitet worden. Darüber hinaus gebe es Gespräche mit weiteren Anbieter, um zusätzliche Einsatzmöglichkeiten für das Personal zu schaffen.

Abfindungen sind nach Angaben der Geschäftsführung nicht vorgesehen. Begründet wird dies damit, dass alternative Beschäftigungsangebote gemacht werden können. Für den Fall, dass Mitarbeiter diese nicht annehmen, seien aufgrund der Auflösung des Geschäftsbereichs ordentliche Kündigungen möglich.

Die Geschäftsführerin betonte, dass die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Man habe sich bewusst für den langfristigen Zeitrahmen entschieden, um sowohl für die betreuten Personen als auch für die Beschäftigten tragfähige Lösungen zu entwickeln.

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