ALZEY (as) – Wie geht es mit dem Damwildbestand auf dem Gelände der Rheinhessen-Fachklinik Alzey weiter? Nachdem Hinweise auf eine mögliche Tötung der Tiere öffentlich geworden waren, haben sowohl die Kreisverwaltung Alzey-Worms als auch die Rheinhessen-Fachklinik gegenüber der Alzeyer Zeitung Stellung genommen.
Nach Angaben des Veterinäramtes erwägt die Verwaltung der Rheinhessen-Fachklinik eine Auflösung des vorhandenen Damwildbestandes.
Aus veterinärrechtlicher Sicht kommen dabei grundsätzlich zwei Möglichkeiten in Betracht: der Abschuss einzelner Tiere mit anschließender Verwertung zum menschlichen Verzehr oder eine tierschutzgerechte Sedierung und Verladung mit anschließendem Transport in ein anderes geeignetes Damtiergehege.
Die Rheinhessen-Fachklinik betont hingegen, dass aktuell nach einer geeigneten Möglichkeit gesucht werde, den Bestand lebend abzugeben.
„Unser vorrangiges Ziel ist es, eine geeignete Lösung für die lebende Abgabe der Tiere zu finden“, teilte Markus Wakulat, Leiter der Unternehmenskommunikation und Pressesprecher des Landeskrankenhaus, auf Anfrage der Alzeyer Zeitung mit.
Eine abschließende Regelung gebe es derzeit noch nicht.
Anonyme Hinweise nannten möglichen Termin im Oktober
Aus Tierschutzkreisen waren zuvor Hinweise bekannt geworden, wonach eine Tötung der Tiere möglicherweise bereits für Oktober vorgesehen sein könnte. Dabei wurde auch der 22. Oktober 2026 als möglicher Termin genannt.
In diesem Zusammenhang fiel zudem der Begriff „Gatterschuss“. Gesicherte Unterlagen, Bescheide oder Genehmigungen, die einen solchen Termin bestätigen würden, liegen bislang allerdings nicht vor.
Auch der SWR hatte über die Situation berichtet und darauf hingewiesen, dass neben einer lebenden Abgabe auch ein Abschuss grundsätzlich möglich sei.
Konkrete Vermittlungsbemühungen bislang offen
Unklar bleibt derzeit, wie weit die Suche nach einer neuen Unterbringung tatsächlich fortgeschritten ist.
Die Alzeyer Zeitung hatte die Rheinhessen-Fachklinik unter anderem danach gefragt, seit wann konkret nach einer lebenden Lösung gesucht wird, welche Einrichtungen oder möglichen Abnehmer bereits angesprochen wurden und ob es bereits Interessenten gibt.
Auf diese Detailfragen ging die Klinik in ihrer bisherigen Antwort nicht näher ein.
Auch die Frage, ob ein Abschuss am 22. Oktober 2026 oder zu einem anderen Termin ausgeschlossen werden kann, blieb unbeantwortet.
Damwild seit Jahrzehnten Teil des Klinikgeländes
Auf dem Gelände der Rheinhessen-Fachklinik wird bereits seit Jahrenzehnten Damwild gehalten.
Die Tiere gelten als handzahm und seien über viele Jahre hinweg zu einem festen Bestandteil des Klinikgeländes geworden. Tierschützer fordern deshalb, alle Möglichkeiten für eine lebende und artgerechte Unterbringung auszuschöpfen.
Ob und wann eine solche Lösung gefunden wird, ist derzeit noch offen.



























