Glasfaserleitungen ermöglichen Übertragungsraten von bis zu 1.000 MBit/s

Eich/Hamm (as) – Es klang zu schön um wahr zu sein, dachte sich Rolf Hansmann, als er den Auftrag für den Hausanschluss an seinem Anwesen am Eicher See unterschrieb. Die Arbeiten würden unentgeltlich ausgeführt, so stand es unter §3 im entsprechenden Auftrag vom 08.07.2020, welcher der Alzeyer-Zeitung vorliegt:

Keine Kosten sollen entstehen, so geht es aus dem Auftrag hervor

Region um Eicher See froh um Glasfaserausbau

“Aktuell haben wir hier im gesamten Gebiet um den Eicher See eine maximale Bandbreite von 3MBit/s” erzählt Rolf Hansmann im Gespräch mit der Alzeyer-Zeitung “damit kann man nicht wirklich arbeiten, von daher waren wir froh, als der Kreistag 2018 den Weg frei gab und ein Kooperationsvertrag mit der Fa. INEXIO eingegangen wurde, damit der Ausbau hier endlich voran getrieben werden kann”.
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Hintergrund: Für den Galsfaserausbau gibt es Zuschüsse von Bund (50%) und Land (40 %). Die übrigen 10% teilen sich die Stadt Alzey mit den sechs Verbandsgemeinden, nach den jeweils vor Ort entstehenden Kosten – um Versorgungslücken im ländlichen Raum zu beseitigen)

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Nicht schlecht staunte Hansmann jedoch, als er vor wenigen Tagen die Auftragsbestätigung von der INEXIO GmbH erhielt.
2.399.- Euro soll er nun für seinen Hausanschluss in Eich bezahlen. Der Auftrag würde automatisch ausgeführt und in Rechnung gestellt werden, wenn diesem nicht binnen 14 Tagen widersprochen wird.
“Das ist ein Unding, wir wohnen hier in einem Gebiet, in dem Menschen teilweise wochen- gar monatelang nicht zu Hause sind, was machen die, die hier nicht widersprechen? Die finden dann gleichzeitig auch die Rechnung vor? Das kann es wohl nicht sein” zeigt sich Hansmann sichtlich verärgert über die Vorgehensweise.

2.399.- soll die Ausführung des Hausanschlusses von Rolf Hansmann in Eich kosten

Angeblich nicht förderfähige Region

“Ich habe mit unserem zuständigen Inexio Kundenbetreuer, Herrn Jannasch gesprochen, dieser meinte, dass es Straßen gibt die förderfähig sind, andere, die bereits eine bessere Bandbreite besäßen wären dies eben nicht” erklärt der Eicher Hausbesitzer.

Man habe auch mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Kreisverwaltung Alzey-Worms, Herrn Jan Weindorf Kontakt aufgenommen, dieser befindet sich jedoch noch bis zum 17. August 2020 in Urlaub. Dennoch habe Weindorf mit INEXIO Kontakt aufgenommen und erklärt, dass in keiner Straße dieses Ausbaugebietes eine Bandbreite von 3 MBit/s überschritten werden würde, erklärt Hansmann.

“Ich stehe im engeren Austausch mit fast allen Anwohnern hier, wir haben
sogar eine eigene WhatsApp Gruppe, dort hat sich auch heraus kristallisiert, dass bei einigen Hausbesitzern Null Euro angesetzt wurde, andere eben haben eine Auftragsbestätigung über € 2.399.- erhalten, obwohl es hierfür eigentlich keinen Auftrag gab” erklärt Hansmann.

Dieser Hausbesitzer in Hamm muss mit keinen Kosten rechnen

Inexio bezieht Stellung

Pressesprecher Thomas Schommer erklärt gegenüber der Alzeyer-Zeitung, dass der Ausbau in Eich sich mittels FTTH (Fibre to home – Glasfaser bis ins Haus) schwierig darstellt. Es habe auch nichts mit förderfähigen Straßen zu tun, erklärt Schommer, sondern mit den Zugangsmöglichkeiten der Übergabepunkte und Verlegemöglichkeiten der jeweiligen Kabel.

“Wir haben uns daher auch aufgrund ihrer Anfrage dazu entschlossen uns bei allen Anwohnern mittels eines Schreibens nochmals zu melden” erklärt Thomas Schonmer im Telefongespräch “auch werden wir eine eigene Hotline für diese Region einrichten, um hier auch für offene Rückfragen zur Verfügung zu stehen”.

Derzeit befänden sich enige Entscheidungsträger noch in Urlaub, so dass man noch nicht alle Fragen final klären könne, also wie es beispielsweise zu einer Auftragsbestätigung von € 2.399.- kommen konnte, bei einem Auftrag, aus dem eigentlich keinerlei Kosten hervor gehen.
Man wolle sich aber nochmals mit der Kreisverwaltung Alzey-Worms zusammen setzen und eine gemeinsame Presseerklärung zu diesem Thema abgeben.

“Auch ohne mit der Rechtsabteilung hier gesprochen zu haben, kann ich Ihnen versichern, dass die Indexio noch keinen über die Klippe hat springen lassen, in jedem Fall werden wir eine für jeden zufrieden stellende Lösung finden” erklärt Schommer abschließend dieser Zeitung.

Die Alzeyer-Zeitung bleibt am Thema dran und berichtet nach.

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