ALZEY-WORMS/RHEINLAND-PFALZ (k)- Wer derzeit Brand- oder Rauchgeruch wahrnimmt, muss nicht zwangsläufig von einem Feuer in unmittelbarer Umgebung ausgehen.
Das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz (LfBK) informiert aktuell darüber, dass Rauch von Waldbränden aufgrund der Wetterlage und der vorherrschenden Windrichtung über weite Strecken transportiert werden kann. Betroffen sein können grundsätzlich auch südlichere Teile von Rheinland-Pfalz und damit Rheinhessen.
Nach Angaben des Landesamtes stammt der derzeit über größere Entfernungen transportierte Rauch insbesondere von Waldbränden in Nordrhein-Westfalen und Belgien. Besonders stark betroffen ist aktuell der Norden von Rheinland-Pfalz. Abhängig von Windrichtung und Wetterlage kann Rauch- und Brandgeruch jedoch auch in anderen Landesteilen wahrgenommen werden. Das LfBK hat am Montag, 17. August, um 13.08 Uhr eine entsprechende Gefahreninformation für Rheinland-Pfalz veröffentlicht.
Keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung
Nach Angaben des Landesamtes besteht durch die aktuelle Situation keine Gefahr für die Bevölkerung. Wer Brandgeruch wahrnimmt, sollte vorsorglich Fenster und Türen geschlossen halten. Auch Lüftungs- und Klimaanlagen sollten vorübergehend ausgeschaltet werden, damit möglichst wenig Rauch in Gebäude gelangt. Sobald kein Rauch- oder Brandgeruch mehr wahrnehmbar ist, kann wieder wie gewohnt gelüftet werden.
Besonders wichtig ist dem Landesamt ein verantwortungsvoller Umgang mit den Notrufnummern. 110 und 112 sollten ausschließlich bei tatsächlichen Notfällen gewählt werden. Wer lediglich Brandgeruch wahrnimmt, aber weder Rauchentwicklung noch ein Feuer oder eine andere konkrete Gefahr feststellen kann, sollte deshalb von einem Anruf bei Polizei oder Feuerwehr absehen.
Hintergrund sind die derzeit außergewöhnlich hohen Belastungen der Leitstellen. Nach Angaben des LfBK wurde in einigen Regionen ein Vielfaches des üblichen Anrufaufkommens registriert. Allein bei der Leitstelle Trier gingen am Samstag innerhalb von fünf Stunden rund 1.100 Notrufe ein – normalerweise werden dort innerhalb eines gesamten Tages etwa 300 bis 400 Notrufe registriert.
Hunderte Brandeinsätze am Wochenende
Das Wochenende war für die Feuerwehren und den Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz ohnehin außergewöhnlich arbeitsintensiv. Von rund 900 Einsätzen des Brand- und Katastrophenschutzes am Freitag und Samstag waren mehr als 560 Brandeinsätze unterschiedlicher Größenordnung. Größere Wald- und Vegetationsbrände beschäftigten die Einsatzkräfte unter anderem in Bengel im Landkreis Bernkastel-Wittlich, Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz und Büchel im Landkreis Cochem-Zell.
Zur Unterstützung der örtlichen Einsatzleitungen koordinierte das Lagezentrum des Landesamtes überörtliche Kräfte. Unter anderem kamen spezielle Waldbrandzüge des Landes und bis zu drei Polizeihubschrauber zum Einsatz. Bei größeren dynamischen Einsatzlagen entsendet das Landesamt zudem Verbindungsbeamte zu den Einsatzstellen, um Kommunikation, Fachberatung und Führungsunterstützung sicherzustellen.
Auch wenn aktuell kein Feuer in unmittelbarer Umgebung erkennbar ist, sollten Bürgerinnen und Bürger weiterhin aufmerksam bleiben. Wer tatsächlich Rauchentwicklung oder einen Brand entdeckt oder eine konkrete Gefahr feststellt, sollte selbstverständlich unverzüglich den Notruf 112 wählen.Das Landesamt weist darauf hin, dass sich die Situation abhängig von Wetter und Windrichtung verändern kann.






























