Alzey (as) – Seit rund fünf Jahren versucht die Stadt Alzey mit dem „Aktiven Leerstandsmanagement Alzey“, kurz ALMA, leerstehende Ladenlokale wieder einer Nutzung zuzuführen und neue Geschäftsansiedlungen in der Innenstadt zu unterstützen. Nach Angaben von Stadt und Citymanagement wurden in diesem Zeitraum insgesamt zehn Ansiedlungen begleitet. Rund 75.000 Euro flossen bislang direkt in das Programm.
ALMA besteht aus den vier Bausteinen „ALMA genial“, „ALMA Pop-up“, „ALMA Expert“ und „ALMA direkt“. Als wichtigsten Gradmesser für den Erfolg nennt die Stadt die tatsächlich begleiteten Neuansiedlungen.
„Das Programm wird gut angenommen. Den aussagekräftigsten Indikator liefern die konkreten Ergebnisse“, heißt es vonseiten der Stadt.
Drei Geschäfte erhielten bislang über einen Zeitraum von zwölf Monaten einen Mietzuschuss. Sieben weitere Ansiedlungen wurden durch die Vermittlung von Ladenflächen oder durch Beratungsleistungen des Stadtmarketings unterstützt. Nach Angaben der Stadt haben sich alle drei bislang finanziell geförderten Geschäfte dauerhaft in der Alzeyer Innenstadt etabliert.
Noch im Laufe dieses Jahres könnten voraussichtlich drei weitere Betriebe einen Mietzuschuss erhalten.
Leerstände nicht vollständig auf der ALMA-Webseite sichtbar
Wer sich derzeit auf der ALMA-Webseite nach verfügbaren Ladenflächen umsieht, findet dort lediglich zwei Angebote. Dies bedeutet nach Angaben des Citymanagements allerdings nicht, dass nur zwei Gewerbeimmobilien leer stehen.
Die freien Ladenflächen im zentralen Versorgungsbereich würden bei regelmäßigen Begehungen erfasst. Zu Beginn des ALMA-Projekts seien acht Leerstände registriert worden. Eine aktuelle Gesamtzahl aller bekannten freien Gewerbeflächen nennt die Stadt in ihrer Antwort allerdings nicht.
Dass lediglich zwei Immobilien öffentlich über ALMA angeboten werden, begründet die Stadt mit den erforderlichen Zustimmungen der Eigentümer. Eine Veröffentlichung sei nur möglich, wenn diese ausdrücklich und schriftlich zustimmen.
„Weitere Eigentümer haben ihren Leerstand beim Stadtmarketing gemeldet, eine Onlineveröffentlichung aber nicht freigegeben. Das ist ihr gutes Recht“, erklärt die Stadt. Viele Immobilienbesitzer würden auf eigene Netzwerke setzen oder Makler mit der Vermarktung beauftragen.
Beratung, Vermittlung oder eine mögliche Förderung über ALMA seien dennoch möglich – unabhängig davon, ob eine Fläche auf der Internetseite veröffentlicht wird.
Wie viele Eigentümer seit Beginn des Projekts einer Veröffentlichung konkret widersprochen oder auf Kontaktversuche nicht reagiert haben, wird nach Angaben der Stadt nicht gesondert statistisch erfasst.
Pop-up-Nutzungen bislang nicht umgesetzt
Ein Bestandteil des Konzeptes sind auch zeitlich begrenzte Zwischennutzungen leer stehender Geschäfte. Ein solches Pop-up-Projekt konnte innerhalb der vergangenen fünf Jahre allerdings noch nicht umgesetzt werden.
Nach Erfahrungen des Stadtmarketings stehen Eigentümer kurzfristigen Zwischennutzungen häufig zurückhaltend gegenüber. Derzeit befinde sich jedoch die Nutzung eines leerstehenden Ladengeschäfts durch eine Künstlergruppe in konkreter Planung.
Rund 75.000 Euro direkte Programmkosten
Nach Angaben der Stadt werden für ALMA durchschnittlich rund 15.000 Euro jährlich eingesetzt. Über fünf Jahre entspricht dies einem Gesamtvolumen von etwa 75.000 Euro.
Darin enthalten sind die direkten Programmkosten. Der tatsächliche personelle Aufwand liegt höher, da Beratungs- und Vermittlungsleistungen des Citymanagements Teil der laufenden Arbeit des Stadtmarketings sind und deshalb nicht vollständig in dieser Summe auftauchen.
Weitere Maßnahmen in Spießgasse und Antoniterstraße
Angesichts sichtbarer Leerstände insbesondere in der Spießgasse und Antoniterstraße setzt die Stadt nicht ausschließlich auf die Vermittlung neuer Geschäfte. Auch die Aufenthaltsqualität soll verbessert werden.
In der Spießgasse sollen nach Angaben der Stadt in Kürze zusätzliche Pflanzbehälter aufgestellt werden. Außerdem ist ein sogenanntes „Straßendach“ aus bunten Lampions vorgesehen. Für die Antoniterstraße sind mobile Grünelemente mit Pflanzbehältern aus Cortenstahl geplant.
„ALMA ist dabei ein Baustein von mehreren. Eine hohe Aufenthaltsqualität erhöht die Besucherfrequenz und trägt damit auch dazu bei, dass sich neue Geschäfte ansiedeln wollen. Beides bedingt sich gegenseitig“, so die Einschätzung der Stadt.
Nach fünf Jahren steht damit einerseits eine Bilanz von zehn begleiteten Ansiedlungen und drei dauerhaft etablierten, finanziell geförderten Geschäften. Andererseits bleibt die Wiederbelebung leerstehender Ladenlokale eine fortlaufende Aufgabe – insbesondere dort, wo Eigentümer ihre Flächen nicht öffentlich vermarkten oder kurzfristigen Nutzungen zurückhaltend gegenüberstehen.





























