Fotoquelle: Stadtverwaltung Alzey

ALZEY (k)- Wie groß war die Begeisterung für die Antike in Alzey vor mehr als 100 Jahren?

Dieser Frage widmet sich das Museum Alzey mit seiner neuen Sonderausstellung „Giganten im Garten – Alzeyer entdecken ihre Antike (1900–1914)“. Rund 600 Exponate geben Einblicke in eine Zeit, in der archäologische Funde, private Sammlungen und die Beschäftigung mit der römischen Vergangenheit das gesellschaftliche Leben der Stadt mitprägten. Die Ausstellung wurde am Donnerstagabend vor rund 80 Gästen eröffnet und ist zunächst bis Ende Dezember zu sehen.

Auf einer Fläche von etwa 130 Quadratmetern hat das Museumsteam um Leiter Prof. Dr. Tim Kerig zahlreiche historische Zeugnisse zusammengetragen. Dazu gehören archäologische Funde, bislang nicht öffentlich gezeigte Planzeichnungen, vollständige Privatsammlungen, Reisesouvenirs und Alltagsgegenstände.

Auch Jakob Curschmann spielt eine Rolle. Er dokumentierte 1905 bei Dautenheim eine römische Villa so detailliert, dass im Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz später ein dreidimensionales Gipsmodell entstand. Ein weiterer bekannter Name ist Wilhelm Unverzagt, der in Alzey erste praktische Erfahrungen bei Ausgrabungen sammelte und sich später im Rahmen seiner Doktorarbeit mit der spätantiken Keramik des Alzeyer Kastells beschäftigte.

Auch der Altertumsverein für Alzey und Umgebung ist eng mit der Ausstellung verbunden. Dessen Vorsitzender und VG-Bürgermeister Steffen Unger blickte auf die gemeinsame Geschichte von Verein und Museum zurück. Der 1906 gegründete Verein prägte über Jahrzehnte das kulturelle Leben Alzeys und übergab das Museum 1983 an die Stadt. Für die aktuelle Sonderausstellung konnten zahlreiche Leihgeber gewonnen werden. Exponate stammen unter anderem aus dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt, der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts sowie aus privaten Alzeyer Sammlungen.

Ausstellung bis Ende Dezember geöffnetDie Sonderausstellung „Giganten im Garten – Alzeyer entdecken ihre Antike (1900–1914)“ ist zunächst bis Ende Dezember im Museum Alzey zu besichtigen.

Der Eintritt ist kostenlos.

Führungen für Schulklassen und Kindergruppen können per E-Mail an jutta.goettel-becker@alzey.de vereinbart werden.Das Museum befindet sich in der Antoniterstraße 41 in Alzey.

Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 12.30 Uhr sowie von 13.30 bis 16.30 Uhr. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen gelten die Öffnungszeiten von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr.