Offenheim (as) – Am 22. März 2026 sollen nicht nur die Landtagswahlen stattfinden. Parallel dazu sollten in drei Gemeinden der Verbandsgemeinde Alzey-Land auch Bürgermeisterwahlen abgehalten werden. Grund sind vorzeitige Amtsniederlegungen in Biebelnheim, Bermersheim vor der Höhe und Offenheim, die nun eine Neuvergabe der Ämter erforderlich machen (wir berichteten).
Die regulären Wahltermine wollten nicht abgewartet werden. Die Bündelung mit der Landtagswahl soll organisatorischen Aufwand reduzieren und eine höhere Wahlbeteiligung sichern.
Biebelnheim und Bermersheim: Keine Bewerber – Gemeinderäte gefordert
In Biebelnheim und Bermersheim vor der Höhe gab es bis zum Ende der Bewerbungsfrist keinerlei Interessenten für das Bürgermeisteramt. Eine Wahl im klassischen Sinn findet dort daher zunächst nicht statt.
Stattdessen müssen die jeweiligen Gemeinderäte innerhalb von acht Wochen in öffentlicher Sitzung einen neuen Ortsbürgermeister bestimmen. Gelingt auch das nicht, fällt die Zuständigkeit erneut an die Verbandsgemeindeverwaltung zurück.
Für Biebelnheim und Bermersheim bedeutet das: Solange keine Lösung vor Ort gefunden wird, bleiben zentrale Entscheidungen außerhalb der Gemeinden.
Offenheim: Einziger Bewerber – doch sofort Widerstand
Anders die Lage in Offenheim. Hier erklärte sich mit Michael Sauer genau ein Kandidat bereit, das Amt zu übernehmen. Rein formal wäre damit eine Bürgermeisterwahl mit nur einem Bewerber möglich.
Doch kaum war seine Kandidatur öffentlich, tauchten im Ort großflächig Plakate mit der Aufschrift auf:
„Offenheimer seid schlauer, wählt keinen Sauer – NEIN zur Bürgermeisterwahl“.

Die Zettel wurden unter anderem an Zigarettenautomaten, aber auch am Spielplatz angebracht – also bewusst an gut sichtbaren Stellen mit Publikumsverkehr.
Unklarer Hintergrund – Kandidat nicht erreichbar
Wer hinter der Aktion steckt, ist bislang nicht bekannt. Offiziell hat sich niemand dazu bekannt. In Offenheim wird bereits über Motive spekuliert: persönliche Vorbehalte, politische Differenzen oder grundsätzliche Ablehnung der Kandidatur.
Michael Sauer selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Aus seinem Umfeld hieß es telefonisch gegenüber unserer Redaktion lediglich, er sei „einige Tage nicht erreichbar“. Eine Reaktion auf die Plakataktion konnte daher bislang nicht eingeholt werden.
Offene Fragen vor dem Wahltag
Damit steht Offenheim vor einer ungewöhnlichen Situation: Eine Wahl mit nur einem Kandidaten, begleitet von offen nach außen getragener Ablehnung im Ort. Ob die Plakataktion Einfluss auf das Wahlverhalten haben wird, ist unklar – sicher ist nur, dass der 22. März 2026 für alle drei Gemeinden weit mehr als ein gewöhnlicher Wahltag wird.





























