(C) Lilly

Unternehmen bestätigt deutliche Kürzungen bei Investitionen und Arbeitsplätzen

ALZEY (as) – Nach der Ankündigung, die ursprünglich geplanten Investitionen für das neue Produktionswerk in Alzey deutlich zu reduzieren, hat sich Eli Lilly auf Anfrage der Alzeyer Zeitung erstmals ausführlicher zu den Folgen für den Standort geäußert. Dabei bestätigt das Unternehmen, dass sowohl Investitionen als auch die Zahl der vorgesehenen Arbeitsplätze erheblich geringer ausfallen werden als zunächst angekündigt.

Nach Angaben der Pressestelle waren bislang bis zu 1.000 hochqualifizierte Fachkräfte für den Standort vorgesehen. Zudem sollten weitere 1,5 Milliarden US-Dollar bis zur Fertigstellung der ursprünglich geplanten Anlage investiert werden. Mit der nun angekündigten Reduzierung entfalle ein erheblicher Teil dieser Stellen und Investitionen in Deutschland.

Produktionsstart weiterhin für 2027 geplant

Trotz der Kürzungen hält das Unternehmen am geplanten Zeitrahmen fest. Die Inbetriebnahme des Werks mit reduzierter Kapazität sei weiterhin für das Jahr 2027 vorgesehen.

Offen bleibt jedoch, ob der Standort jemals den ursprünglich geplanten Umfang erreichen wird. Nach Angaben von Eli Lilly wurde die Entscheidung über den weiteren Ausbau der verbleibenden Kapazitäten vorerst ausgesetzt. Diese hänge davon ab, ob in Deutschland künftig „stabile und planbare wirtschaftliche Rahmenbedingungen“ geschaffen würden.

Kritik an Bundesgesetz

Als entscheidenden Grund für die Neubewertung nennt das Unternehmen den geplanten Gesetzentwurf des sogenannten BStabG auf Bundesebene. Lilly erklärt, man werde den Mindestumfang des Hightech-Produktionsstandortes in Alzey fertigstellen und ausreichende Kapazitäten schaffen, um deutsche Patienten zu versorgen.

Investitionen über diesen Umfang hinaus seien jedoch „nicht möglich und nicht vertretbar“, sollte der Gesetzentwurf in seiner aktuellen Form umgesetzt werden. Das Unternehmen bereite sich deshalb auf eine Reduzierung der Ausgaben von bis zu 50 Prozent gegenüber der ursprünglichen Projektankündigung vor. Endgültig sei dies jedoch noch von den politischen Rahmenbedingungen abhängig.

Stadt und Kreis wurden informiert

Wie die Pressestelle weiter mitteilte, wurden Vertreter der Bundes- und Landesregierung sowie Landrat und Bürgermeister von Alzey am gestrigen Vormittag vor der öffentlichen Bekanntgabe über die Entscheidung informiert.

Lob für Rheinland-Pfalz und Alzey

Gleichzeitig betont das Unternehmen die Bedeutung des Standorts und lobt die Zusammenarbeit mit Land und Kommune. Die Entscheidung für Alzey sei 2023 auf Grundlage des Vertrauens in Deutschland als stabilen Wirtschaftsstandort sowie in Rheinland-Pfalz als verlässlichen Partner gefallen.

Man schätze die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Land Rheinland-Pfalz und der Stadt Alzey sehr und wolle diese auch künftig fortsetzen. Zugleich verbindet das Unternehmen seine Hoffnung mit dem laufenden Gesetzgebungsverfahren in Berlin. Aus Sicht von Lilly sollte die Politik Rahmenbedingungen schaffen, die Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit stärken, statt sie zu erschweren.

Umfang der Kürzungen bleibt unklar

Wie viele der ursprünglich angekündigten Arbeitsplätze tatsächlich wegfallen und wie groß die künftig verbleibende Produktionskapazität in Alzey sein wird, ließ das Unternehmen offen. Weitere Details könne man derzeit nicht nennen.

Fest steht jedoch: Während der Produktionsstart weiterhin für 2027 vorgesehen ist, steht die ursprünglich angekündigte Vollausbaustufe des milliardenschweren Projekts inzwischen unter deutlichem Vorbehalt. Ob Alzey am Ende tatsächlich eines der größten Lilly-Werke weltweit erhält, wird maßgeblich von den weiteren politischen Entscheidungen auf Bundesebene abhängen.