Alzey (as) – Die milliardenschwere Ansiedlung des US-Pharmakonzerns Eli Lilly in Alzey wird deutlich kleiner ausfallen als ursprünglich angekündigt. Nach Bericht und Informationen des Handelsblatts reduziert das Unternehmen seine geplante Investition von ursprünglich 2,3 Milliarden Euro erheblich. Das Werk soll zwar weiterhin gebaut und 2027 in Betrieb genommen werden, allerdings nur mit etwa der Hälfte der ursprünglich vorgesehenen Kapazität.
Sparpläne des Bundes als Auslöser
Als Grund nennt Eli Lilly darin die von der Bundesregierung geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der Gesetzentwurf sieht unter anderem höhere Preisnachlässe für Arzneimittelhersteller sowie verschärfte Erstattungsregelungen vor. Zudem sollen Krankenkassen künftig stärker auf günstigere vergleichbare Medikamente verweisen können.
Nach Einschätzung des Unternehmens verschlechtern sich dadurch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland. Konzernchef Dave Ricks erklärte gegenüber dem Handelsblatt, die Entscheidung müsse jetzt getroffen werden, da das Unternehmen schnell handeln müsse.
Landesregierung zeigt sich besorgt und reagiert
Die Entscheidung sorgt auch in Mainz für Besorgnis. Ministerpräsident Gordon Schnieder erklärte, die Landesregierung nehme die Ankündigung von Eli Lilly sehr ernst.
Die Landesregierung habe unmittelbar Kontakt zum Unternehmen aufgenommen und wolle sich im laufenden Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene einbringen. Ziel müsse es sein, einen zukunftsfesten Sozialstaat mit einem starken Wirtschaftsstandort Deutschland zu verbinden. Die Pharmaindustrie sei für Rheinland-Pfalz ein zentraler Innovationsmotor und bedeutender Arbeitgeber.
„Weckruf für die Bundesregierung“
Wirtschaftsminister Michael Ebling bezeichnete die Ankündigungen als Weckruf für die Bundesregierung. Die pharmazeutische Industrie leiste einen herausragenden Beitrag zu Innovation, Beschäftigung und Wertschöpfung im Land.
Ebling kritisierte, dass der aktuelle Gesetzentwurf den Unternehmen nicht die notwendige Planungs- und Investitionssicherheit biete, die sie im internationalen Wettbewerb benötigten. Gesundheits- und Wirtschaftspolitik dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Bedeutung für den Standort Alzey
Die Ansiedlung von Eli Lilly gilt als eines der bedeutendsten Industrieprojekte der vergangenen Jahre in Rheinland-Pfalz. Mit dem Werk in Alzey wollte der Konzern seine Produktionskapazitäten für innovative Medikamente, darunter auch Präparate gegen Adipositas und Diabetes, ausbauen.
Ob die verringerte Investition Auswirkungen auf die Zahl der geplanten Arbeitsplätze haben wird, ist bislang nicht bekannt. Im Raum stehen aktuell nur noch 500 statt >1000 Arbeitsplätze. Fest steht jedoch, dass die Entscheidung die Erwartungen an das Großprojekt in Alzey deutlich dämpft und die Debatte über die Auswirkungen der geplanten Gesundheitsreform weiter anheizen dürfte.































