Nachtrag: Auf Wunsch der Kreisverwaltung haben wir das Foto der Einbürgerungsfeier von unserer Seite entfernt. Die Kinder, die darauf abgebildet waren, wurden bereits zuvor unkenntlich gemacht. Wir kommen damit dem Anliegen der abgebildeten Familien nach und möchten gleichzeitig an eine respektvolle Netiquette in den Kommentaren auf unseren social-media Kanälen erinnern.
ALZEY-WORMS (k)- Mit einer feierlichen Einbürgerungszeremonie hat Landrat Heiko Sippel 59 neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Landkreis Alzey-Worms willkommen geheißen.
Die Veranstaltung fand diesmal im Saal der Feuerwache in Alzey statt. Menschen aus insgesamt 23 Herkunftsländern – vom Säuglingsalter von neun Monaten bis hin zu 76 Jahren – bekannten sich dabei offiziell zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Im Anschluss überreichte der Landrat die Einbürgerungsurkunden, bevor gemeinsam die deutsche Nationalhymne gesungen wurde.
In seiner Ansprache stellte Sippel die Einbürgerung als bewusste Entscheidung für Zugehörigkeit, Verantwortung und Mitgestaltung heraus. Mit dem Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit, so der Landrat, bekennen sich die neuen Bürgerinnen und Bürger zu den demokratischen Werten des Landes und werden Teil einer Gemeinschaft, die von Vielfalt und gegenseitigem Respekt geprägt ist. Der Landkreis profitiere von Menschen, die sich integrieren und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Die neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger seien ein sichtbares Beispiel dafür, dass Integration gelingen könne.
Zugleich würdigte Sippel das Engagement vieler Eingebürgerter im beruflichen, gesellschaftlichen und kulturellen Bereich. Dieses Mitwirken trage maßgeblich zur Stärke des Landkreises bei. In diesem Zusammenhang warb der Landrat auch für ehrenamtliches Engagement, insbesondere bei der Feuerwehr. Dort gebe es im gesamten Landkreis Bedarf an weiteren Kräften, und ein ehrenamtlicher Einsatz biete vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ansprache lag auf den gesetzlichen Neuerungen im Staatsangehörigkeitsrecht. Seit 2024 gilt das Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts, das einige Änderungen mit sich gebracht hat. Zwar seien die Voraussetzungen insgesamt strenger geworden, gleichzeitig könne eine Einbürgerung nun bereits nach fünf statt bislang nach acht Jahren beantragt werden. Zudem ist der Besitz mehrerer Staatsangehörigkeiten möglich. Die Zahl der Einbürgerungen im Landkreis Alzey-Worms ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: von 222 Personen im Jahr 2021 über 301 im Jahr 2022 und 296 im Jahr 2023 bis hin zu 346 im Jahr 2024 und 422 im vergangenen Jahr.
Sippel machte außerdem darauf aufmerksam, dass mit der deutschen Staatsangehörigkeit auch die Unionsbürgerschaft verbunden ist. Er hob die Bedeutung der Europäischen Union für Zusammenarbeit und Frieden hervor und betonte, dass eine gute Zukunft nur durch Zusammenhalt gelingen könne. Ermutigend wandte er sich an die Gäste, sich weiterhin oder künftig ehrenamtlich zu engagieren, etwa in Vereinen. Solches Engagement fördere das Miteinander und eröffne zahlreiche Möglichkeiten, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
Die neu Eingebürgerten stammen unter anderem aus der Türkei, Syrien, Nordmazedonien, Polen, Italien, der Schweiz sowie aus vielen weiteren Ländern. Für den musikalischen Rahmen der Feierstunde sorgte Dr. Christoph Brehler, ehemaliger langjähriger Musiklehrer an der Kreismusikschule Alzey-Worms. Am Violoncello spielte er Werke von Johann Sebastian Bach, darunter eine Sarabande, Menuett I und II sowie eine Gigue, und verlieh der Veranstaltung einen festlichen Abschluss.





























