
Nachhaltigkeit, neue Praxisräume und klare Signale für die Zukunft
Alzey (as) – Das Kreiskrankenhaus Alzey zeigt seit der Übernahme vor acht Monaten deutliche Veränderungen. Besonders sichtbar wird das im 2. Obergeschoss: Nach drei Jahren Leerstand sind die Praxisräume wieder belegt, das MEDI-MVZ ist eingezogen. „Wir sind glücklich, die Räumlichkeiten weiter belebt zu bekommen“, sagt Frank Müller, Verwaltungsdirektor des Krankenhauses im Gespräch mit dieser Zeitung. Eine Nutzung als Station ist dort baulich nicht möglich, erklärt Müller. Mit dem Einzug von Dr. Schneider und seinem Team entsteht nun auch eine engere Verbindung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.
AOK würdigt Engagement vor Ort
Mit einer Auszeichnung der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland wird dieser Kurs nun bestätigt. Im Rahmen eines Besuchs im Kreiskrankenhaus überreichte Alexander Wildberger, Geschäftsführer Stationäre Versorgung der AOK, ein entsprechendes Zertifikat. Das Haus war zuvor bereits beim Nachhaltigkeitspreis berücksichtigt worden und wurde nun im Nachgang nochmals gezielt gewürdigt.
Die AOK hebt hervor, dass Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen „zunehmend an Bedeutung“ gewinnt und Krankenhäuser in besonderer Verantwortung stehen, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte zusammenzuführen. Genau hier setzt das Kreiskrankenhaus an: Vertreter der AOK informierten sich vor Ort über konkrete Projekte und weitere Planungen.
Breites Maßnahmenpaket überzeugt
Zu den bewerteten Ansätzen zählen Initiativen zur Ressourcenschonung, energieeffiziente Maßnahmen sowie die Einbindung der Mitarbeitenden in nachhaltige Prozesse. Das Haus zeige „beispielhaft, wie ökologische Verantwortung und hochwertige Patientenversorgung miteinander verbunden werden können“, heißt es aus der Pressemitteilung.
Auch auf Landesebene wird die Entwicklung klar eingeordnet. „Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ist längst unverzichtbar geworden. Krankenhäuser tragen eine besondere Verantwortung – für Patientinnen und Patienten, für ihre Mitarbeitenden und für kommende Generationen“, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland. Das Kreiskrankenhaus Alzey zeige „eindrucksvoll, wie dieser Anspruch konkret umgesetzt werden kann“.
Rückhalt aus dem Landkreis
Landrat Heiko Sippel sieht die Auszeichnung auch im Zusammenhang mit der Rekommunalisierung: „Mit der Rekommunalisierung haben wir Verantwortung für das Kreiskrankenhaus übernommen – und damit auch für den Umgang mit Ressourcen und für die Abläufe im Haus.“ Die Entwicklung zeige, dass Nachhaltigkeit im Krankenhaus „konkret angegangen wird und damit für die Region spürbar wird“.
Strategie geht über Einzelmaßnahmen hinaus
Für das Krankenhaus selbst ist die Auszeichnung vor allem Bestätigung des eingeschlagenen Weges. „Für uns ist sie eine Bestätigung, dass wir uns im Alltag Schritt für Schritt weiterentwickeln – in Abläufen sowie im Umgang mit Materialien und Energie. Es geht nicht nur um einzelne Maßnahmen, sondern darum, das Haus insgesamt weiter zu denken“, so Müller.
Ein zentrales Element ist dabei das neue Energiekonzept. Dieses soll das Krankenhaus langfristig in Richtung Klimaneutralität führen. Die Voraussetzungen dafür sind teilweise bereits geschaffen, etwa durch die statische Eignung des Daches für eine Photovoltaikanlage. Weitere Maßnahmen zur CO₂-Reduzierung sind geplant und werden gemeinsam mit dem Klimaschutzmanager des Landkreises entwickelt.
Mit der Wiederbelebung bislang leerstehender Flächen und einer klaren strategischen Ausrichtung auf Nachhaltigkeit entwickelt sich das Kreiskrankenhaus Alzey sichtbar weiter – wirtschaftlich stabil, strukturell im Umbau und mit wachsender Bedeutung für die medizinische Versorgung in der Region.




























