Insgesamt 80 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Alzey-Worms sind in ihrer Freizeit dem Aufruf der Übungsleiter gefolgt und haben auf dem Gelände der Feuerwache und dem Bauhof Wörrstadt den Ernstfall erprobt. Dabei stand die reibungslose Kommunikation zwischen Feuerwehr und medizinischer Rettung im Vordergrund der Einsatzübung. Foto: Kreisverwaltung Alzey-Worms
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Wörrstadt (as) – Wenige Sekunden der Unaufmerksamkeit können entscheidend sein. Überhöhte Geschwindigkeit, der Blick aufs Handy oder kurz mit den Gedanken woanders und
schon ist es passiert. Im ersten Halbjahr 2021 sind in Rheinland-Pfalz laut Meldungen
des Statistischen Bundesamtes rund 6.700 Personen bei einem Verkehrsunfall zu
Schaden gekommen – 56 davon tödlich verunglückt. Mit Alarmeingang muss es schnell
gehen: Rettungsdienst, (Leitende) Notärzte, Feuerwehr und Organisatorische Leitung
verfolgen das gemeinsame Ziel, die Verletzten innerhalb kürzester Zeit entsprechend
des Verletzungsgrades zu behandeln und in die nächstgelegene Notaufnahme zu
bringen.

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„Die Herausforderungen, die jeder Einsatz mit sich bringt, sind durch die Rettungskräfte
zu meistern und da gilt es, verstärkt Routine reinzubringen“, betonte Boris Kutscher,
Organisatorischer Leiter des Landkreises Alzey-Worms, im Rahmen einer
gemeinsamen Einsatzübung der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Wörrstadt, den
Rettungsdiensten sowie weiterer ehrenamtlicher Akteure des Brand- und
Katastrophenschutzes im Landkreis Alzey-Worms. Insgesamt 80 Einsatzkräfte sind an
einem Samstag in ihrer Freizeit dem Aufruf von Kutscher, Jens Duersel-Mierswa
(Leitender Notarzt) und Alexander Schmitt (Wehrführer der Feuerwehr Wörrstadt)
gefolgt und haben in kooperativer Zusammenarbeit nach einem rund dreistündigen
theoretischen Input den Ernstfall auf dem Bauhofgelände in Wörrstadt unter
Realbedingungen erprobt. Auf dem Plan stand eine relativ überschaubare Einsatzlage,
bei der die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, Leitendem Notarzt
und Organisatorischem Leiter im Vordergrund stand. Übungsszenario: Ein
Verkehrsunfall in Form eines Frontalzusammenstoßes zweier PKW. Die Rettungskräfte,
die mit Alarmeingang in der Feuerwache nur wenige Informationen vorliegen hatten,
fanden am Unfallort insgesamt fünf Verletzte mit unterschiedlichen Verletzungsmustern
vor. Mit viel Aufwand und nahezu detailverliebt hatten die Übungsleiter die Unfallstelle
vorbereitet und die fünf „Verletzten“ entsprechend gebrieft. Für den Beobachter war
schnell klar: Viel Zeit für Absprachen der Vorgehensweise bleibt nicht. Sofortiges
Handeln ist gefragt und dabei ist eine reibungslose Kommunikation das A und O im
Ernstfall. Die im Fachjargon als „Closed-Loop“ bezeichnete Kommunikationsstrategie
soll dabei sicherstellen, dass alle Einsatzkräfte vor Ort in der ein und selben Sprache
sprechen. „Die Versorgung der Patienten beginnt an der Einsatzstelle. Hier werden die
entscheidenden Weichen gestellt“, so Duersel-Mierswa, der weiter ausführt, dass eine
Rettung nur dann erfolgreich verlaufe, wenn alle Personen am Ort sich als Team
verstehen und Hand in Hand zusammenarbeiten.

Rund eine Stunde nach der Alarmierung konnten alle Verletzten von der Unfallstelle aus
in die fiktive Notaufnahme in den Räumen der Feuerwache eingeliefert werden. „Die
heutige Einsatzübung war erfolgreich. Die enge Zusammenarbeit und auch die
Kommunikation zwischen der Feuerwehr und der ‚weißen Schiene‘ verliefen gut“, zog
Kutscher kurz nach Übungsende Bilanz. Nun werde man im Team der Übungsleiter
gemeinsam mit den Beobachtern den Einsatz nachbesprechen und die
Drohnenaufnahmen auswerten. „Im Ernstfall haben wir nur selten die Gelegenheit, den
Einsatz im Anschluss gemeinsam zu besprechen, da meist neben den zahlreichen
Ehrenamtlichen auch hauptamtliche Rettungskräfte vor Ort sind, die direkt zum
nächsten Unfallort gerufen werden“, weiß Duersel-Mierswa aus eigener Erfahrung.
Umso wichtiger seien solche Übungsszenarien, die Entwicklungspotenziale aufzeigen
und damit die Möglichkeit geben, sich weiter zu optimieren

 

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