ALZEY (k)- Die Stadt Alzey zählt zu den Preisträgern des Klima-Wettbewerbs 2025 des Kommunalen Klimapakts Rheinland-Pfalz. Für ihr Strombilanzkreismodell wurde die Kommune in der Kategorie „Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien“ ausgezeichnet.
Das rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium ehrte am 11. Mai insgesamt zwölf Projekte aus dem ganzen Land und vergab Preisgelder in Höhe von insgesamt 100.000 Euro. Auf Alzey entfällt ein Preisgeld von 6.000 Euro.
Solarstrom bleibt in Alzey
Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht ein Modell, das die Nutzung von Solarstrom auf kommunalen Gebäuden neu organisiert. Strom aus Photovoltaikanlagen konnte bislang häufig nicht vollständig vor Ort verbraucht werden und wurde ins öffentliche Netz eingespeist.
Gemeinsam mit der EWR AG und der EWR Netz GmbH entwickelte die Stadt Alzey dafür das sogenannte Strombilanzkreismodell. Überschüssiger Solarstrom wird dabei gezielt an andere städtische Gebäude weitergeleitet – etwa an das Rathaus, Schulen oder weitere kommunale Einrichtungen.
Seit dem 1. Oktober 2025 befindet sich das Modell im Betrieb. Nach Angaben der Stadt entstehen jährlich rund 220.000 Kilowattstunden überschüssiger Solarstrom aus städtischen Anlagen, die nun innerhalb des kommunalen Gebäudebestands genutzt werden können. Dadurch lassen sich nach städtischen Berechnungen bis zu 80 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen.
Modell mit Vorbildcharakter
Die Stadt versteht das Projekt nicht nur als lokale Lösung, sondern auch als mögliches Vorbild für andere Kommunen.
Klimaschutzmanager Marcel Klotz stellte das Strombilanzkreismodell bereits bei mehreren Fachveranstaltungen vor, darunter bei der VKU-Landesgruppe Rheinland-Pfalz sowie der PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH. Klotz verantwortete nach Angaben der Stadt die Potenzialanalyse, Wirtschaftlichkeitsprüfung und Ausschreibung des Projekts.
Besonders interessant könne das Modell künftig werden, wenn Photovoltaikanlagen nach 20 Jahren aus der EEG-Vergütung fallen oder sich die Rahmenbedingungen für Einspeisevergütungen verändern.
Preisgeld für weitere Entwicklung
Die mit dem Wettbewerb verbundene Prämie von 6.000 Euro soll in die Weiterentwicklung des Projekts fließen. Geplant ist nach Angaben der Stadt, verstärkt Stromspeicher einzubinden. Dadurch soll mehr selbst erzeugter Solarstrom gespeichert und bedarfsgerecht genutzt werden können.
Bei der Preisverleihung hob Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder die Bedeutung innovativer Projekte hervor. „Mit klugen Ideen können wir, allen Herausforderungen zum Trotz, zuversichtlich in die Zukunft blicken“, erklärte sie.
Auch Marcel Klotz betonte die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern. „Dank der offenen Zusammenarbeit mit der EWR AG und dem direkten Draht zum Netzbetreiber EWR Netz GmbH gelang es, das für alle Seiten gewinnbringende Projekt umzusetzen“, sagte der Klimaschutzmanager.
Bürgermeister würdigt Zusammenarbeit
Bürgermeister Steffen Jung sieht in der Auszeichnung eine Bestätigung gemeinsamer Arbeit. Das Projekt zeige, welche Wirkung Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Gebäudemanagement, Vergabestelle und den Partnern EWR AG sowie EWR Netz GmbH entfalten könne.
Nach Einschätzung der Stadt reicht die Bedeutung des Projekts damit über die Stadtgrenzen hinaus und könnte auch für andere Kommunen neue Wege beim Ausbau erneuerbarer Energien aufzeigen.




























