
ALZEY (k)- Im Industriegebiet von Alzey haben die ersten Arbeiten für einen neuen Radweg begonnen. Mit den gestarteten Rodungsarbeiten auf dem ehemaligen Stammgleis fällt der offizielle Startschuss für den Ausbau einer barrierefreien Radverbindung. Die neue Strecke soll nach derzeitiger Planung im Frühjahr 2027 fertiggestellt werden.
Vor Ort informierten sich Steffen Jung gemeinsam mit Daniela Schmitt, Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums und des Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz sowie dem Landtagsabgeordneten Heiner Illing über den aktuellen Stand der Arbeiten.
Neue Route für den Selztalradweg
Die ehemalige Bahntrasse wurde bereits 1986 stillgelegt. Seit Jahren wird über eine neue Nutzung der Strecke gesprochen – nun wird das Projekt umgesetzt. Hecken und Gehölze entlang der Trasse wurden bereits entfernt, in den kommenden Tagen wird der angefallene Grünschnitt gehäckselt.
Künftig soll der Selztalradweg nicht mehr über die Justus-von-Liebig-Straße und die gefährliche Querung in der Senke der Karl-Heinz-Kipp-Straße in die Kernstadt führen. Stattdessen wird die Route über die ehemalige Bahnlinie entlang der Robert-Bosch-Straße unter der stark befahrenen Karl-Heinz-Kipp-Straße hindurch direkt in Richtung Innenstadt verlaufen.
Die neue Verbindung gilt als wichtiger Baustein im Radverkehrskonzept des Landkreises und als langjähriger Wunsch der Stadt. Vor allem für Pendlerinnen und Pendler soll sich der Weg zu den im Industriegebiet ansässigen Betrieben deutlich verbessern. Gleichzeitig erhofft sich die Stadt auch touristische Impulse durch die attraktivere Streckenführung.
Mehr Sicherheit und nachhaltige Mobilität
Wirtschaftsministerin Schmitt betonte bei dem Termin die Bedeutung solcher Infrastrukturprojekte: Sie würden mehr Verkehrssicherheit schaffen, Unternehmen besser anbinden und gleichzeitig ein starkes Signal für nachhaltige Mobilität setzen. Das Land unterstütze das Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms „Stadt und Land“.
Auch Bürgermeister Jung sprach von einem wichtigen Schritt für die Stadt: Der neue Radweg entschärfe eine problematische Verkehrssituation und schaffe eine attraktive Verbindung zwischen Umland, Industriegebiet und Innenstadt.
Bauarbeiten starten nach Umsiedlung von Eidechsen
Bis zur Fertigstellung liegt jedoch noch einige Arbeit vor den Beteiligten. Zunächst müssen die im Bereich der alten Bahnlinie lebenden Mauer- und Zauneidechsen fachgerecht umgesiedelt werden. Erst danach können im Spätjahr die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.
Dabei werden die alten Gleise zurückgebaut und das Gelände für den barrierefreien Ausbau vorbereitet. Anschließend entsteht der neue Radweg. Auch Nachhaltigkeit spielt bei der Umsetzung eine Rolle: Der Schotter unter den Bahnschwellen soll möglichst vor Ort bleiben und als Unterbau für die neue Strecke genutzt werden.
Perspektive für weitere Radverbindungen
Langfristig denken Stadt und Unternehmen bereits über eine weitere Entwicklung der Trasse nach. Eine durchgängige Verbindung vom Bahnhof über das Industriegebiet bis in die angrenzenden Gemeinden könnte künftig folgen.
„Das ist derzeit noch Zukunftsmusik“, sagte Bürgermeister Jung. Mit dem Beginn der Arbeiten gehe man jedoch bereits einen wichtigen Schritt in diese Richtung.




























