ALZEY-WORMS (k) – Die Landkreise Alzey-Worms, Bad Kreuznach und Donnersbergkreis wollen dem zunehmenden Mangel an beruflichen Betreuern gemeinsam begegnen.
Dafür gründen sie den „Kommunalen Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.“. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Vorhaben mit 210.000 Euro. Den entsprechenden Förderbescheid überreichte Staatssekretär Denis Alt an Vertreter der beteiligten Landkreise.
Die Federführung bei dem interkommunalen Projekt übernimmt der Landkreis Alzey-Worms. Ziel ist es, die rechtliche Betreuung von Menschen langfristig sicherzustellen, die aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation Unterstützung bei der Regelung ihrer Angelegenheiten benötigen.
Gemeinsame Strukturen sollen Betreuung sichern
Der neue Verein soll künftig rechtliche Betreuungen übernehmen und die vorhandenen personellen und organisatorischen Möglichkeiten der drei Landkreise bündeln.Dafür stellt jeder Landkreis eine sozialpädagogische Fachkraft zur Verfügung. Zusätzlich ist eine gemeinsam finanzierte Verwaltungskraft vorgesehen. Durch die Zusammenarbeit sollen sich die Beschäftigten bei Urlaub oder Krankheit gegenseitig vertreten können.
Auch regelmäßige Fallbesprechungen und der Austausch zwischen den Fachkräften sind geplant. Gleichzeitig sollen doppelte Verwaltungsstrukturen vermieden und ehrenamtliche Betreuer stärker unterstützt werden.
Die Landesförderung dient insbesondere dazu, zusätzliche Personal- und Sachkosten beim Aufbau der gemeinsamen Organisation zu finanzieren.
Zahl der Betreuungsfälle deutlich gestiegen
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen Zahlen aus dem Landkreis Alzey-Worms. Während im Jahr 2023 bei 110 neuen Betreuungen oder Betreuerwechseln berufliche Betreuer eingesetzt werden mussten, waren es 2024 bereits 196 Fälle. Das entspricht einem Anstieg von rund 78 Prozent innerhalb eines Jahres. Gleichzeitig wird es nach Angaben der Kreisverwaltung zunehmend schwieriger, neue Fachkräfte für die berufliche Betreuung zu gewinnen.
Landrat Heiko Sippel sieht in der Zusammenarbeit deshalb einen wichtigen Schritt, um die Betreuung in der Region dauerhaft abzusichern. Menschen, die auf rechtliche Unterstützung angewiesen seien, benötigten verlässliche Ansprechpartner. Angesichts steigender Fallzahlen und des Fachkräftemangels stießen die Betreuungsbehörden jedoch zunehmend an ihre Grenzen.
Land setzt auf interkommunale Zusammenarbeit
Staatssekretär Denis Alt betonte bei der Übergabe des Förderbescheids die Vorteile gemeinsamer kommunaler Strukturen. Durch die Bündelung von Fachwissen und Personal könnten Aufgaben effizienter organisiert und die Qualität der Betreuung gestärkt werden.Der neue Betreuungsverein soll damit nicht nur die beteiligten Verwaltungen entlasten, sondern vor allem eine langfristig verlässliche Unterstützung für Menschen mit rechtlichem Betreuungsbedarf ermöglichen.




























