ALZEY (k)- Die Stadt Alzey will ihre kommunalen Gebäude bis spätestens 2040 ohne fossile Heizungen betreiben.
Dafür hat Klimaschutzmanager Marcel Klotz dem Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz erstmals einen detaillierten Fahrplan für den gesamten städtischen Gebäudebestand vorgelegt. Rund 4,5 Millionen Euro brutto könnten nach derzeitiger Schätzung bis 2040 in die Umstellung der Heizsysteme fließen.Von rund 50 städtischen Liegenschaften werden aktuell noch 34 Gebäude fossil beheizt, überwiegend mit Erdgas.
Bei 15 dieser Gebäude sind die Heizungsanlagen bereits mindestens 15 Jahre alt. Sie sollen nach und nach durch Wärmepumpen oder eine Versorgung über treibhausgasneutrale Wärmenetze ersetzt werden. Dabei soll nicht jedes Gebäude gleichzeitig angegangen werden. Die Stadt hat die Liegenschaften unter anderem nach dem Alter der vorhandenen Heizung, dem möglichen CO₂-Einsparpotenzial und dem Aufwand für eine Umstellung bewertet. Daraus wurde eine Reihenfolge für die kommenden Jahre entwickelt.
Erste Heizungen sollen 2027 ausgetauscht werden
Bereits im kommenden Jahr soll die Umsetzung beginnen. Für den Haushalt 2027 schlägt die Verwaltung zunächst Mittel für zwei Projekte vor: die Ortsverwaltung mit Feuerwehr in Heimersheim sowie das städtische Gebäude in der Augustinerstraße 9. Weitere Umstellungen sind unter anderem in der Schlossgasse vorgesehen. Grundlage für die Planungen sind detaillierte Untersuchungen der einzelnen Gebäude.
Für jede Liegenschaft soll ein Steckbrief entstehen, in dem der derzeitige energetische Zustand und das angestrebte Ziel festgehalten werden.Dabei setzt die Stadt nicht ausschließlich auf umfangreiche Sanierungen. Auch kleinere Maßnahmen wie die Dämmung von Dachböden oder der Austausch einzelner Heizkörper sollen berücksichtigt werden, wenn sie eine wirtschaftliche Umstellung auf eine Wärmepumpe ermöglichen.
Klimaschutzmanager Marcel Klotz betont, dass Investitionen insbesondere dort vorgenommen werden sollen, wo sie sich innerhalb eines überschaubaren Zeitraums rechnen. Der Einbau einer Wärmepumpe bedeute zudem nicht automatisch, dass ein Gebäude zuvor grundlegend saniert werden müsse.
CO₂-Preis kostet bereits rund 30.000 Euro jährlich
Neben den Klimaschutzzielen spielen die laufenden Kosten eine wesentliche Rolle. Nach Angaben der Stadt fallen derzeit allein durch die CO₂-Bepreisung des Gasverbrauchs ihrer Gebäude rund 30.000 Euro pro Jahr an. Mit steigenden CO₂-Preisen könnten diese Belastungen in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Die Verwaltung rechnet damit, dass bei einem Festhalten an fossilen Heizsystemen bis 2045 zusätzliche CO₂-bedingte Kosten in erheblicher Höhe entstehen könnten.
Für die komplette Umstellung des städtischen Heizungsbestands kalkuliert die Verwaltung nach heutigem Stand mit Investitionen von etwa 4,5 Millionen Euro brutto bis 2040. Dabei wird eine Förderquote von rund 30 Prozent zugrunde gelegt. Langfristig sollen den Investitionen geringere Energie- und Betriebskosten sowie wegfallende Ausgaben für die CO₂-Bepreisung gegenüberstehen.
Bürgermeister Steffen Jung sieht deshalb neben dem Klimaschutz vor allem wirtschaftliche Gründe für die Umstellung. Gleichzeitig hofft die Stadt auf zusätzliche Förderprogramme für die Wärmewende bei kommunalen Gebäuden.
Konzept soll jedes Jahr aktualisiert werden
Der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz hat den vorgelegten Fahrplan einstimmig angenommen. Künftig soll das Konzept jährlich aktualisiert und erneut dem Ausschuss vorgelegt werden. Dadurch können beispielsweise neue technische Entwicklungen, Kosten oder Erkenntnisse aus den Gebäudeuntersuchungen berücksichtigt werden. Nach Angaben der Verwaltung ist ihr derzeit keine andere Kommune in Deutschland bekannt, die für ihren gesamten Gebäudebestand einen vergleichbar detaillierten und verbindlichen Fahrplan zum Austausch fossiler Heizungen erstellt hat.
Auch die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz sei bereits auf das Alzeyer Konzept aufmerksam geworden. Mit den ersten vorgesehenen Projekten im Jahr 2027 soll aus dem langfristigen Fahrplan nun schrittweise konkrete Umsetzung werden.Teaser: Weg von Gas und hin zu Wärmepumpen und klimafreundlicher Wärme: Die Stadt Alzey hat erstmals einen konkreten Fahrplan für 34 fossil beheizte kommunale Gebäude vorgelegt. Bis 2040 könnten dafür rund 4,5 Millionen Euro investiert werden – die ersten Heizungen sollen bereits 2027 ausgetauscht werden.

























