Landrat Heiko Sippel (Mitte) überreichte die Einbürgerungsurkunden an Männer, Frauen und Kinder aus dem Landkreis. Foto: Simone Stier

Alzey (kv) – Im Landkreis Alzey-Worms leben nun 46 neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. In einer Feierstunde im Saal der Kreisverwaltung nahm Landrat Heiko Sippel den Frauen, Männern und Kindern, die teilweise schon seit vielen Jahren in den Ortsgemeinden und Städten im Landkreis leben, das Gelöbnis auf das Grundgesetz ab und überreichte die Einbürgerungsurkunden. Gemeinsam sangen die Gäste, von denen einige in traditioneller Kleidung ihrer Heimat zur Feierstunde gekommen waren und so die Vielfalt der Kulturen deutlich machten, die deutsche Nationalhymne. Die musikalische Umrahmung der Feierstunde hatte der Cellist Dr. Christoph Brehler, Musiklehrer an der Kreismusikschule Alzey-Worms, übernommen und begeisterte mit Werken des Komponisten Johann Sebastian Bach.

Landrat begrüßt neue Bundesbürger

“Heute ist ein bedeutender Tag in Ihrem Leben. Als Landkreis freuen wir uns, Sie im Rahmen einer kleinen Feierstunde als neue Staatsbürger willkommen zu heißen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Alter zwischen acht und 65 Jahren haben die Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllt und erhalten heute ihre Urkunden“, so der Kreischef. Mit dem Erwerb der Staatsbürgerschaft lebe man bewusster in einem neuen Land. „Von nun an stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen: Sie dürfen wählen und sich wählen lassen, alle Grundrechte gelten unmittelbar und Sie können auch dazu verpflichtet werden, Ämter wie das des Schöffen zu übernehmen“, erläuterte Sippel, der dazu ermunterte, aktiv am öffentlichen Leben in den Ortsgemeinden und Städten mitzuwirken.

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Eingebürgerte kommen aus 14 Länder

Die neu Eingebürgerten stammen aus insgesamt 14 Herkunftsländern. Acht Personen kommen aus der Türkei, sechs aus Afghanistan und ebenfalls sechs aus Bulgarien, gefolgt von fünf Bürgerinnen und Bürgern aus Ägypten und fünf aus dem Iran. 144 Männer, Frauen und Kinder konnten im Jahr 2018 im Landkreis Alzey-Worms eingebürgert werden, 180 waren es im vergangenen Jahr. Eingebürgert werden kann, wer seit acht Jahren seinen rechtmäßigen Wohnsitz im Inland hat, sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes bekennt, seinen Lebensunterhalt ohne öffentliche Unterstützung bestreitet, nicht wegen einer Straftat verurteilt wurde und ausreichende Deutschkenntnisse im Rahmen eines Einbürgerungstests nachgewiesen hat. Ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Staaten der Europäischen Union haben die Möglichkeit, ihre bisherige Staatsangehörigkeit beizubehalten und eine Doppelstaatsangehörigkeit zu erlangen. 33 der Eingebürgerten nutzten dies.

Sippel plädiert für starkes Europa des Miteinanders

„Unser Landkreis ist bunt und vielfältig wie Deutschland und wie ganz Europa, und wir leben hier sehr gut. Die Arbeitslosigkeit ist mit 3,8. Prozent sehr niedrig und Dinge wie der Öffentliche Personennahverkehr, Kindertagesstätten und ein vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Schularten bieten hervorragende Bedingungen, gerade auch für Familien. Dabei ist es gut und wichtig, dass wir uns alle als Europäer fühlen dürfen“, betonte Sippel und mahnte, dafür einzustehen, dass nie wieder eine Diktatur, Faschismus und Krieg in Europa stattfinden können: „Wir brauchen ein starkes Europa des Miteinanders.

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