Andreas Steinbach von der Coronahilfe Alzey übergab € 200.- Sofort-Hilfe
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Armsheim (as) – Die Corona-Krise hat den Familienzirkus Wedrano zum Saisonstart eiskalt erwischt – noch vor dem ersten Auftritt kam die Meldung – keine Veranstaltungen in nächster Zeit – und damit auch keine Einnahmen. Erhebliche Geldmittel sind jedoch bereits in die Vorbereitung der Saison geflossen. “Wir haben Werbemittel kaufen müssen, Gerätschaften erneuern und auch die Versicherungen wurden abgebucht. Wie zu Jahresbeginn so üblich häufen sich zunächst einmal die Ausgaben“, so Anja Weisheit, die Mutter der insgesamt 7-köpfigen Zirkusfamilie gegenüber der Alzeyer-Zeitung.

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In Armsheim, direkt hinter dem Kindergarten hat die Familie seit Jahren ihr Winterquartier.
“Nach dem Weihnachtszirkus in Ingelheim geht es immer auf dieses große Grundstück, auf dem die Tiere sich sichtlich wohlfühlen” erklärt Anja Weisheit weiter “doch nun sind wir hier quasi gestrandet.”
Vor wenigen Wochen wurde bereits das Futter knapp – doch Rinder, Esel, Lamas, Ponys, Pferde, Tauben, Ziegen und Hunde wollen versorgt sein. Hier startete Ortsbürgermeister Arno Krätschmann eine Hilfsaktion, die den Zirkusleuten zunächst über das gröbste hinweg half.

“Wir sind Herrn Krätschmann unglaublich dankbar für seine Hilfe, wir sind in einer Situation die wir weder kennen, noch jemals hätten damit rechnen können” erklärt Anja Weisheit weiter “wir erhalten auch keinerlei Unterstützung, weder Sofort-Hilfe noch sonstige Zuwendungen, wenigstens für die Tiere – nichts, Menschen wie wir werden vom Staat offensichtlich vergessen.”
Die Familie hat nun einen Antrag beim Jobcenter gestellt, ob sie hier jedoch etwas an Zuwendungen erhalten sei fraglich.

Eigentlich wäre der Zirkus bereits unterwegs mit ihren Shows, darunter Clowns, Akrobaten, Feuerschlucker, Jongleure und auch die vielen Haustiere – eben alles was das Herz eines Zirkusherzens höher schlagen lässt – und das mit ruhigem Gewissen, denn den Tieren geht es wirklich gut, davon hat sich die Alzeyer-Zeitung vor Ort selbst überzeugen können.
“Uns ist es wichtig, dass primär die Tiere versorgt sind, selbst wenn wir aktuell nicht einmal den Sprit für unsere Fahrzeuge zahlen können, die Tiere werden jedenfalls keinen Hunger leiden müssen” – ist die klar und einstimmige Erklärung der Familie.
Und tatsächlich, wenn man sich auf dem Gelände umschaut, man scheint im Einklang mit der Natur zu sein, die meisten Tiere laufen frei herum, Tauben fliegen frei an einem vorbei und landen auf einem der Wagons. Den Tieren mangelt es wirklich an nichts “Wir haben auch durch zahlreiche Aufrufe einiges an Futterspenden erhalten, allerdings brauchen unsere Tiere auch viel, so dass wir immer wieder schauen müssen, dass wir weiterhin erhalten – und dies ohne Einnahmen, wir sind auf fremde Hilfe angewiesen aktuell – aber”, so Weisheit, die in all´ dem negativen auch etwas gutes findet “es ist richtig angenehm die Veränderung der Menschen mit anzusehen, früher liefen diese achtlos an uns vorbei, heute sind alle freundlicher, grüßen mehr und fragen nach einem, ja – und sie helfen wo sie können.”

Ein Hänger voller Werbematerialien verschlang wichtige finanzielle Resourcen

Der zweitälteste Sohn, Romano Weisheit erklärt “Wir brauchen noch Heizöl und auch Propangasflaschen sowie Sprit für unsere Fahrzeuge, auch konnten noch nicht alle Rechnungen beglichen werden – und klar, immer wieder Futter für unsere Tiere”.
Die finanziellen Resourcen sind ausgeschöpft – die von Rudi Müller und Andreas Steinbach initiierte Coronahilfe-Alzey hat direkt € 200.- an Soforthilfe leisten können – doch auch dies reicht nur für ein kurzes Aufatmen, daher möchte die Coronahilfe auch zum Spenden aufrufen.
“Wir selbst haben viele Spender und Unterstützer, unsere finanziellen Resourcen für die rund 30 Haushalte die wir versorgen reicht noch für mindestens 6 Wochen” erklärt Andreas Steinbach, “daher haben wir uns entschlossen hier mit einer Soforthilfe zu helfen und gleichzeitig eine Spendenaktion ins Leben zu rufen”.

Andreas Steinbach von der Coronahilfe Alzey übergab € 200.- Sofort-Hilfe

Die Spendenaktion wurde über die Plattform BETTERPLACE.com angelegt.
“Über diese Plattform kann die Aktion bedeutend effektiver auf den sozialen Medien geteilt werden” ergänzt Mitinitiator Rudi Müller.

Auch die Alzeyer-Zeitung bittet seine Leser*innen und auch die Lokalpolitiker*innen hier um Unterstützung – helfen Sie, wenn Sie können.

 

 

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