Rheinhessen (as) – Uns erreichte heute ein Leserbrief einer Krankenschwester, eigentlich einer Stationsleitung, die aufgrund der zahlreichen Coronapatienten ebenfalls aufgrund Auslastungsprobleme auf dieser Station eingesetzt wird. Um die Anonymität der Frau zu wahren, verzichten wir auf nähere Angaben zur Person und der Klinik. Der Redaktion ist die Person allerdings persönlich bekannt, der geschilderte Vorfall ereignete sich nach Angaben diese Woche in einer rheinhessischen Klinik:

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Leserbrief

“Wir haben aktuell fast 60 Covid-Patienten im Haus. Und heute musste auch ich in diesem Bereich arbeiten. Also habe ich mir meine Schutzkleidung angezogen und bin in ein Männer-Zimmer mit zwei Männern gegangen. Beide etwas älter. Aber nicht uralt. Der Herr an der Tür hatte eine Sauerstoffmaske auf und atmete ganz schwer. Ich habe ihn gemeinsam mit einem Kollegen gewaschen, dabei auf meinen Arm gelegt und mit ihm ein wenig gesprochen. Er hatte große Mühe, Augenkontakt zu halten, antwortete aber leise mit einem „Hm“ oder „MM“.
Seine Haare waren ganz zerzaust, also habe ich ihm ein bisschen darüber gestrichen.
Er hatte seit Wochen keinen Besuch. Als COVID Positiver darfst du keinen Besuch bekommen. Auch nicht am Ende deines Lebens.
Er tat sich wirklich schwer beim atmen.
Aufgrund des Personalmangels, hat er heute, und sicher auch die anderen Tage, kaum Pflegekräfte zu Gesicht bekommen.
Lediglich das nötigste wurde an ihm verrichtet.
Ich hab keine Ahnung wie alt dieser Mann war, aber das letzte, was er in diesem Leben gesehen hat, war eine vermummte, wildfremde Frau mit Plastikbrille, die mit ihm gesprochen und die ihn berührt hat.

Wenig später ist er ganz alleine gestorben.”

Ihr eindringlicher Appell: “Bleiben Sie bitte zu Hause!”

 

 

 

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