Symbolbild

Wiesbaden (as) – Die Schufa stellt ihr Bewertungssystem für die Kreditwürdigkeit grundlegend um. Ab März 2026 gilt ein neuer Score, der den bisherigen Basisscore und mehrere branchenspezifische Bewertungen ersetzt. Statt einer schwer nachvollziehbaren Prozentzahl wird die Bonität künftig als Punktwert zwischen 100 und 999 dargestellt – je höher, desto besser.

Der zentrale Unterschied: Die Berechnung basiert nicht mehr auf rund 250 teils unbekannten Merkmalen, sondern nur noch auf zwölf klar benannten Kriterien. Damit reagiert die Schufa auf jahrelange Kritik an mangelnder Transparenz.

Die wichtigsten Kriterien im Überblick

Die neue Bewertung orientiert sich an wenigen, aber zentralen Faktoren. Dazu zählen unter anderem:

  • Zahlungsstörungen (z. B. unbezahlte Rechnungen)
  • Dauer bestehender Bankverbindungen und Kreditkarten
  • Anzahl und Häufigkeit von Kreditanfragen
  • Laufende oder abgeschlossene Kredite
  • Stabilität von Wohnadresse und Vertragsverhältnissen

Diese Kriterien werden einzeln bewertet und zu einem Gesamtpunktwert addiert. Die genaue Gewichtung bleibt allerdings weiterhin ein Geschäftsgeheimnis. Transparenz:

Nutzer können Score nachvollziehen

Neu ist vor allem der Zugang: Verbraucher können ihren Score künftig kostenlos online einsehen und über ein Erklärtool nachvollziehen. Voraussetzung ist ein persönlicher Schufa-Account mit Identitätsprüfung.

Damit wird erstmals möglich, den eigenen Score zumindest in Teilen selbst nachzurechnen. Ziel ist es, die bisherige „Blackbox“ aufzubrechen und verständlicher zu machen.

Auswirkungen für Verbraucher

Für die Mehrheit der Menschen ändert sich wenig: Rund 80 Prozent bleiben in ihrer bisherigen Bewertungsklasse. Ein kleiner Teil verbessert sich, ein anderer verschlechtert sich – vor allem Personen mit wenigen gespeicherten Daten.

Wichtig: Der Score allein entscheidet nicht über Kredite oder Verträge. Banken und Unternehmen nutzen ihn nur als einen Baustein unter mehreren.

Kritik bleibt bestehen

Trotz mehr Transparenz gibt es weiterhin Kritik. Zwar sind die Kriterien nun bekannt, die konkrete Gewichtung bleibt jedoch verborgen. Zudem hängt die Bewertung stark von Datenverfügbarkeit und individuellen Lebensumständen ab – was insbesondere junge Menschen oder Personen mit wenig Kredithistorie benachteiligen kann.

Auch rechtlicher Druck spielte eine Rolle bei der Reform. Verbraucherschützer und Gerichte hatten wiederholt mehr Nachvollziehbarkeit gefordert.

Der neue Schufa-Score ist einfacher aufgebaut und transparenter als das alte System. Das löst ein zentrales Problem, aber nicht alle. Die Bewertung bleibt ein statistisches Modell mit begrenzter Aussagekraft – und weiterhin mit Einfluss auf zentrale Lebensbereiche wie Kredite, Verträge oder Wohnungssuche.

Mehr Infos unter: https://www.schufa.de/scoring-daten/neuer-schufa-score/

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