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WORMS (jk)-Nach über eineinhalb Jahren harter Arbeit ist es soweit: Am vergangenen Mittwoch, 28. April, ist die neue „Luther-App“ zum Reichstags-Jubiläum 2021 offiziell an den Start gegangen. Diese Version ist eine Erweiterung zur kürzlich veröffentlichten Gästeführer-App „Worms erleben“ der Stadt Worms, die die Ereignisse um Luthers Widerrufsverweigerung im Jahr 1521 für Touristen und Einheimische an sechs historisch bedeutsamen Orten in der Stadt wieder sichtbar werden lässt.

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Mittels Augmented Reality (AR = in Deutsch: erweiterte Wirklichkeit) reist man in das Jahr 1521 und kann die Ereignisse um Luthers Widerrufsverweigerung auf dem Reichstag in Worms erleben. So trifft man während des Rundgangs auf Luther und andere Protagonisten in einer sogenannten Graphic Novel (zu Deutsch: illustrierter Roman). Die AR-Technologie lässt außerdem historische Gebäude an ihrem ehemaligen Standort wieder auferstehen.

Konzipiert und umgesetzt wurde die neue App-Erweiterung durch das Interdisziplinäre Zentrum für digitales Erlebnisdesign (IZEd) der Hochschule Worms unter Leitung von Prof. Dr. Alexander Wiebel (Fachbereich Informatik), zusammen mit Prof. Dr. Jan Drengner (Fachbereich Touristik/Verkehrswesen) sowie einem Team von Studierenden der Hochschule Worms und in Kooperation mit der städtischen Kulturkoordination. Der Comic- und Trickfilmzeichner Dennis Hauck hat die Figuren entworfen.

Im Rahmen eines Presse-Rundgangs wurde die neue App-Erweiterung nun detailliert vorgestellt. Startpunkt war vor dem Luther-Denkmal, welches zugleich die erste Station der „Luther-App“ darstellt.

„ Mit der ´Luther-App´ können sich Interessierte hier in Worms auf neue, moderne und digitale Art und Weise dem Phänomen Luther mit all seinen Facetten annehmen, Luthers Wirken hier in Worms nacherleben und in die Wormser Geschichte vor 500 Jahren eintauchen“, richtete David Maier das Wort zur Begrüßung an die Anwesenden. „Ich bin sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule Worms. Mein Dank gilt auch meinem Vorgänger Volker Gallé, der das Projekt maßgeblich initiiert und begleitet hat“, so Maier und übergab das Wort an Prof. Dr. Drengner, der die geschichtlichen Textbausteine der Erweiterung erstellt hat.

Während der Tour erhalten die App-Nutzenden interessante Hintergrund-Informationen zu den verschiedenen Stationen und erfahren auf unterhaltsame Weise mehr über die Besonderheit dieser Orte“, erklärte Prof. Dr. Drengner das Konzept der „Luther-App“. „Die insgesamt sechs Stationen des Rundgangs zeigen das, was von Luther in der Stadt heute noch sichtbar ist, wie zum Beispiel am Luther-Denkmal, der Martinspforte und dem Bischofshof im Heyslhofpark“, so Prof. Dr. Drengner. Dabei kommt die Augmented-Reality-Technologie zum Einsatz, indem über das Smartphone verschiedene digitale Inhalte, wie etwa Gebäude und Personen, in die realen Orte platziert werden. “Die Herausforderung war hier, die Gebäude nicht irgendwo an beliebigen Orten erscheinen zu lassen, sondern dort, wo sie vor 500 Jahren gestanden haben. Zu diesem Zweck orientiert sich die App an den in der Stadt verteilten Luther-Info-Stelen und an anderen wieder erkennbaren Merkmalen der realen Umgebung. So wird es möglich, dass die Nutzer mit ihrem Mobil-Gerät um die virtuellen Gebäude und Personen herum und zwischen ihnen durchlaufen können und so mitten ins historische Geschehen versetzt werden“, erläuterte Prof. Dr. Wiebel, der wesentlich an der Umsetzung der AR-Erweiterung beteiligt war.

Konzipiert wurde die App „Worms erleben“ von der Tourist Information Worms und der städtischen Internetredaktion in Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Zentrum für digitales Erlebnisdesign der Hochschule Worms, die AR-Erweiterung der Luther-Tour in Kooperation mit der städtischen Kulturkoordination.

Die Idee zur App entstand im Februar 2018. Im Rahmen einer gemeinsamen Lehrveranstaltung der Fachbereiche Informatik und Touristik/Verkehrsweisen hatten Studentinnen und Studenten Ideen für die App entwickelt und anschließend der Stadtverwaltung präsentiert. Diese war davon so begeistert, dass sie das Konzept umsetzen wollte.

„Die AR-App ist mit maßgeblicher Unterstützung von einer Gruppe von Studierenden entstanden. Sie haben einen Großteil des Programmes umgesetzt. Zum Beispiel haben Sie das Design der App und die Gebäude erstellt. Das Kernteam bestand aus vier bis fünf Studierenden. Darüber hinaus haben weitere Studierende den Arbeitsprozess begleitet“ lobten die Hochschul-Professoren die hervorragende Arbeit der Studentinnen und Studenten.

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