Die Alzeyer Zeitung hat alle Kandidaten im Wahlkreis 34 (Alzey) zur Landtagswahl mit einem umfangreichen Fragenkatalog angeschrieben. Als Erste hat Sabina Capers (AfD) geantwortet. Hier veröffentlichen wir ihre Antworten im Wortlaut 1:1

Welche drei politischen Schwerpunkte setzen Sie für den Wahlkreis Alzey in der kommenden Legislaturperiode?

Sabine Capers (AfD):
1. Gesundheitsversorgung
2. Jugend und Familien
3. Zuwanderung und Asyl

ANZEIGE

Was sind aus Ihrer Sicht derzeit die drängendsten Probleme im Wahlkreis?

Sabine Capers (AfD): Im Wahlkreis sehe ich den Ausbau und den Erhalt der Strukturen zur Gesundheitsversorgung, den Glasfaserausbau, die Modernisierung der Schulen und den weiteren Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche als drängendste Probleme. In diesen Bereichen gibt es noch einiges zu tun um hier vor Ort gut für die Zukunft gerüstet zu sein.

Welche Themen oder Projekte wurden in den vergangenen Jahren vernachlässigt und müssen dringend angegangen werden?

Sabine Capers (AfD): Durch den hohen Anteil an Senioren im Landkreis ist eine wohnortnahe, leicht zugängliche Gesundheitsversorgung besonders wichtig. Auf die aktuelle Entwicklung hätte man schon viel früher reagieren und Lösungen finden müssen. Auch im Hinblick auf die Modernisierung und Renovierung der Schulen hätte ich mir eine deutlich höhere Priorität gewünscht, damit wichtige Maßnahmen wie der Brandschutz nicht erst jetzt umgesetzt werden. Wenn in Schulen Fluchtwege und Tageslicht fehlen, oder der Geräuschpegel durch die Bauweise so hoch ist, dass es nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entspricht, kann man nicht mehr von einer angemessenen Bildungseinrichtung sprechen. Das betrifft auch den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche. Hier brauchen wir einen schnelleren Ausbau und solide Lösungen, denn das ist nicht erst seit dem Erlass des Gesetzes zur Ganztagsförderung ein wichtiges Thema. Für moderne Bildungseinrichtungen, aber auch für Unternehmen und viele Arbeitnehmer, ist schnelles Internet ein unverzichtbares Arbeitsmittel. Trotz der großen Ankündigungen der regierenden Parteien gibt es aber bis heute auch im Wahlkreis nicht flächendeckend schnelles Internet was ein echtes Versäumnis ist.

Was wurde aus Ihrer Sicht von der bisherigen Landespolitik bzw. den bisherigen Abgeordneten für den Wahlkreis gut und erfolgreich umgesetzt?

Sabine Capers (AfD): Die Landesregierung hat in Infrastruktur investiert um Straßen und den ÖPNV auszubauen. So konnten im Wahlkreis Straßen wie die K16 Rommersheim/Wörrstadt saniert werden, oder die K32 bei Gabsheim/Biebelnheim. Beim ÖPNV wurde die Taktfrequenz erhöht und weitere Buslinien eingeführt. Beides sind wichtige Maßnahmen, denn die Straßen sind für den Individualverkehr auch in Zukunft von Bedeutung und ein umfangreiches ÖPNV Angebot sorgt für Mobilität auch ohne eigenes Fahrzeug und bei Kindern und Jugendlichen.

Was hätten Sie an der bisherigen Arbeit Ihrer Vorgänger anders gemacht? Welche konkreten Änderungen streben Sie an?

Sabine Capers (AfD): Die bisherigen Wahlkreisabgeordneten haben zumeist Themen aufgegriffen, die nur begrenzt oder indirekt den Wahlkreis bezogen waren. Mir ist hingegen wichtig, was im Wahlkreis von Belang ist. Dazu ist für mich der erste wichtige Schritt ein Bürgerbüro zu eröffnen und den regelmäßigen Kontakt zu Bürgern und Unternehmen zu suchen, denn nur wer in Kontakt bleibt, kennt ihre Lebenswirklichkeit und Bedürfnisse. Ich möchte mich außerdem dafür einsetzen, dass die Kinder und Jugendlichen in Zukunft das Deutschlandticket auch in der Ferienzeit bezahlt bekommen. Vergangene Woche wurde vom Kreisausschuss beschlossen, das Deutschlandticket für den Juli nicht zu bezahlen. Ich und mein Fraktionskollege haben dagegen gestimmt, weil die Kinder und Jugendlichen gerade in den Ferien ein Deutschlandticket haben sollten um Freunde und Freizeitangebote erreichen zu können. Das wäre eine Sache die ich im Fall meiner Wahl gerne aufgreifen würde.

Welche konkreten Maßnahmen planen Sie für Wirtschaft und Arbeitsplätze in der Region?

Sabine Capers (AfD): Ich werde mich für die Umsetzung des flächendeckenden Glasfaserausbaus einsetzen. Schnelles Internet ist für viele Unternehmen unverzichtbar und deshalb auch entscheidend im Hinblick auf Arbeitsplätze. Außerdem werde ich mich für die Agrarbetriebe einsetzen. Es sind Familienbetriebe die seit Generationen geführt werden und eine wichtige Säule des Mittelstands bildend, aber auch während der Erntezeit viele Arbeitsplätze schaffen. Hinzu kommt die Ausweitung der betrieblichen Angebote im Bereich Tourismus, was sich ebenfalls positiv auf die Wirtschaft der Region auswirkt. Als Kreistagsabgeordnete hatte ich bereits die Gelegenheit mehr über das beeindruckende Unternehmertum im Landkreis zu erfahren. Es gibt einige sehr erfolgreiche und innovative Unternehmen von kleiner bis mittlere Größe, die zur Stabilität der Wirtschaft im Wahl- bzw. Landkreis beitragen und sichere Arbeitsplätze bieten. Deshalb werde ich mich gerne für diese Unternehmer einsetzen, zum Beispiel dort, wo sich Möglichkeiten zur Entbürokratisierung oder Förderprogramme bieten.

Wie wollen Sie die kommunale Finanzausstattung und die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden stärken?

Sabine Capers (AfD): Die kommunale Finanzausstattung und damit auch die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden möchte ich stärken, indem ich mich dafür einsetze, dass endlich ein ausreichender Finanzausgleich für Pflichtaufgaben erfolgt, die übertragen wurden. Es kann nicht sein, dass die Kommunen in finanzielle Schieflage geraten, weil Land und Bund Aufgaben an sie delegieren und dann auch noch die Kosten abwälzen wollen. Eine weitere Möglichkeit zur Entlastung der Kommunen sehe ich in Investitionsprogrammen für wichtige Infrastrukturprojekte die oftmals viel Geld kosten.

Welche Position vertreten Sie in der Bildungs- und Schulpolitik, insbesondere mit Blick auf den ländlichen Raum?

Sabine Capers (AfD): Der Erhalt der kleinen, wohnortnahen Grundschulen liegt mir am Herzen. Dort beginnen die Schulanfänger in einem für sie übersichtlichen Rahmen und vor allem wohnortnah ihre Schulbildung. Teil der Bildung muss aber auch sein die Kinder vor der Einschulung erstmal zu befähigen in einer Schule zurecht zu kommen und dazu gehören auch Sprachklassen und ein angemessenes Sozialverhalten. Wer die Landessprache nicht versteht, kann in der Schule nicht lernen und das ist nicht fair. Es macht auch keinen Sinn die Polizei oder immer mehr Sozialpädagogen in die Schulen zu schicken, damit diese dann für Sicherheit sorgen und Probleme lösen sollen, die schon viel früher vorhanden waren. Die Ursachen müssen angegangen werden, wobei diese meines Erachtens in verschiedenen Bereichen liegen.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten verkehrspolitischen Vorhaben im Wahlkreis?

Sabine Capers (AfD): Für mich sind die wichtigsten verkehrspolitischen Vorhaben im Wahlkreis die weitere Instandsetzung der Straßen die teilweise in fragwürdigem Zustand sind, der Aufbau öffentlicher Ladestationen für E-Fahrzeuge an zentralen Orten auch im ländlichen Gebiet, aber auch die Ergänzung des ÖPNV durch On-Demand-Verkehre um Gebiete mit geringerer Nachfrage besser abzudecken und Leerfahrten zu reduzieren. Wenn ein breitgefächertes, praxistaugliches Angebot für Mobilität zur Verfügung steht, haben die Menschen eine echte Wahlmöglichkeit.

Wodurch unterscheiden Sie sich politisch und inhaltlich am deutlichsten von Ihren Mitbewerbern?

Sabine Capers (AfD): Politisch unterscheide ich mich dadurch, dass mich auch nach der Wahl noch interessiert was meine Wähler möchten und wie ich die Wahlversprechen umsetzen kann. Inhaltlich unterscheide ich mich durch meine Positionen zu den Themen Asyl und Zuwanderung sowie Umweltschutz. Dazu gehört die konsequente Abschiebung aller abgelehnter, illegaler oder straffällig gewordener Asylbewerber und all derer, bei denen der Fluchtgrund nicht mehr existiert und die nicht zwischenzeitlich als ausgebildete Fachkraft tätig sind. Für echten Umweltschutz und die Anpassung an den stattfindenden Klimawandel setze ich mich gerne ein, aber für Maßnahmen die nur Geldressourcen verschlingen ohne etwas zu bewirken und schlechtesten Falls noch die Lebenshaltungskosten der Bürger verteuern, bin ich nicht zu haben.