
Alzey (as) – Nach rund vier Jahren Schließung ist die Alzeyer Rundsporthalle wieder für den Schul- und Vereinssport nutzbar. Die umfassend sanierte Sport- und Veranstaltungsstätte wurde bereits im April 2026 wieder in Betrieb genommen. Nun erfolgte die offizielle Einweihung. Insgesamt kostete die Modernisierung rund 9,1 Millionen Euro. Davon trägt der Landkreis Alzey-Worms etwa 6,7 Millionen Euro, während Bund und Land das Projekt mit insgesamt rund 2,4 Millionen Euro förderten.
Die Anfang der 1970er-Jahre errichtete Rundsporthalle musste im Mai 2022 aufgrund eines erheblichen Wasserschadens und des umfangreichen Sanierungsbedarfs geschlossen werden. Für Schulen und Sportvereine bedeutete dies jahrelange Einschränkungen. Unterrichts- und Trainingszeiten mussten umorganisiert und alternative Sportstätten gefunden werden.
Bei der offiziellen Einweihung dankte Landrat Heiko Sippel den betroffenen Schulen und Vereinen für ihre Geduld und Kooperationsbereitschaft. Auch die beteiligten Planer, Architekten und Baufirmen würdigte er für ihre Arbeit.
Sanierung statt Neubau
Der Landkreis hatte sich bewusst dafür entschieden, die markante Rundsporthalle zu erhalten und grundlegend zu modernisieren, anstatt einen Neubau zu errichten. Dabei sollte die Halle nicht ausschließlich dem Schul- und Trainingssport dienen, sondern weiterhin auch für größere Sportveranstaltungen mit Publikum zur Verfügung stehen.
„Wir wollten nicht einfach nur eine reine Schul- oder Trainingshalle schaffen. Uns war wichtig, einen Ort zu erhalten, an dem auch größere Sportveranstaltungen und Begegnungen mit Publikum möglich sind“, erklärte Landrat Sippel.
Die Sanierung sei zudem Teil der umfangreichen Investitionen des Landkreises in die Bildungsinfrastruktur. Nach Angaben des Landrats wurden hierfür in den vergangenen Jahren insgesamt weit mehr als 100 Millionen Euro aufgewendet.
Umfangreiche technische Modernisierung
Im Zuge der Sanierung wurden zahlreiche bauliche und technische Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören insbesondere Verbesserungen beim Brandschutz, die Erneuerung der Sanitäranlagen und Umkleidebereiche sowie eine umfassende Modernisierung der Gebäudetechnik.
Mit einer verbesserten Wärmedämmung, einer neuen Deckenstrahlheizung und einer darauf abgestimmten Lüftungsanlage soll künftig ein energieeffizienter Betrieb ermöglicht werden. Zusätzlich wurden die Raumakustik und der Schallschutz verbessert.
Auch die Barrierefreiheit wurde erweitert. Die Galerie erhielt eine neue Glasbrüstung und ist durch einen Aufzug nun barrierefrei erreichbar. Sie kann ebenfalls für sportliche Aktivitäten genutzt werden. Das Elisabeth-Langgässer-Gymnasium hat dort zusätzlich einen Kraftraum eingerichtet.
Zur weiteren Ausstattung gehören WLAN, zusätzliche Abstellmöglichkeiten im Außenbereich sowie moderne Sprach-, Sound- und Lichttechnik.
Drei Firmeninsolvenzen während der Bauphase
Die Sanierung verlief allerdings nicht ohne Schwierigkeiten. Während der Bauphase mussten gleich drei beteiligte Unternehmen Insolvenz anmelden. Diese unvorhergesehenen Entwicklungen erschwerten die Umsetzung des umfangreichen Bauprojekts.
Trotz der Herausforderungen konnten die Arbeiten abgeschlossen und die Halle wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt werden.
Rund 2.850 Stunden Schul- und Vereinssport jährlich
Welche Bedeutung die Rundsporthalle für den Sportbetrieb in Alzey und der Umgebung besitzt, verdeutlichte Kreisbeigeordnete Stephanie Jung anhand der jährlichen Nutzungszeiten.
Allein die Schulen nutzen die Sportstätte rund 1.700 Stunden im Jahr. Hinzu kommen etwa 1.150 Stunden für den Trainingsbetrieb der Sportvereine. Damit entfallen jährlich rund 2.850 Stunden auf den regulären Schul- und Vereinssport. Zusätzliche Zeiten für Wettkämpfe, Spiele und Veranstaltungen sind darin noch nicht enthalten.
„Die Rundsporthalle ist moderner, sicherer und vielseitiger als zuvor. Wir haben sie fit für die Zukunft gemacht und damit einen wichtigen Ort für den Schul- und Vereinssport in unserem Landkreis erhalten“, erklärte Jung.
Moderne Veranstaltungstechnik vorgestellt
Im Rahmen der offiziellen Einweihung stellte Norbert Ritzmann vom Gebäudemanagement der Kreisverwaltung die Möglichkeiten der neuen Sprach-, Sound- und Lichtanlage vor. Auch Architekt Florian Feth zeigte sich mit dem Ergebnis der Sanierung zufrieden.
Für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgten Sängerin Elin Ammann und Pianist Robin Stuber von der Kreismusikschule Alzey-Worms.
Mit dem Abschluss der Sanierung steht die Alzeyer Rundsporthalle nun wieder als zentrale Sport- und Veranstaltungsstätte für Schulen, Vereine und größere Veranstaltungen zur Verfügung.v





























