Alzey (as) – Die Alzeyer Vereinswelt trauert um Manfred Wieneke. Der Gründer und langjährige Vorsitzende der Hundeakademie KIMBALAND ist am Samstag, 24. Oktober 2026, verstorben. Über mehr als vier Jahrzehnte prägte er mit seinem außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagement die Hundeerziehung in Rheinhessen und schuf eine Einrichtung, deren Bekanntheit weit über die Region hinausreicht.
Aus einer Idee wurde eine der größten Hundeschulen Europas
Am 14. Oktober 1983 gründete Wieneke die „Interessengemeinschaft der Hundefreunde Alzey und Umgebung“ und übernahm deren Vorsitz. Ein Jahr später begann mit der Übernahme eines rund 8.000 Quadratmeter großen, brachliegenden Bahngeländes am Albiger Bogen der Aufbau des heutigen KIMBALAND.
Was zunächst mühsam gerodet und erschlossen werden musste, entwickelte sich durch unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden, Spenden und Eigenleistungen zu einer weitläufigen Vereinsanlage. Heute umfasst das Gelände rund 45.000 Quadratmeter mit Trainingsplätzen, Freilaufflächen und verschiedenen Einrichtungen für Hunde und ihre Halter. Mit rund 3.500 Mitgliedern zählt KIMBALAND nach eigenen Angaben zu den größten gemeinnützigen Hundeschulen Europas.
Wienekes Philosophie ging dabei über die klassische Hundeausbildung hinaus. Ihm lag besonders das verantwortungsvolle Miteinander von Mensch und Tier am Herzen. Hundeerziehung sollte alltagstauglich und für möglichst viele Menschen erschwinglich sein. Niedrige Mitgliedsbeiträge und der konsequent gemeinnützige Charakter des Vereins gehörten deshalb zu seinen Grundprinzipien.
Jahrzehntelanges Engagement ausgezeichnet
Für seine Verdienste wurde Manfred Wieneke 2014 mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Damals wurde hervorgehoben, dass er jährlich bis zu 3.000 Stunden ehrenamtlich für seinen Verein tätig war.
Sein persönlicher Leitsatz lautete:
„Nur wenn wir etwas tun, werden wir für die Gemeinschaft etwas verändern.“
Wie sehr er diese Überzeugung lebte, zeigt die Entwicklung von KIMBALAND.
„Wir verlieren einen Menschen, der für uns längst Familie geworden ist“
In einer bewegenden Mitteilung auf seiner Facebook-Seite verabschiedet sich der Verein von seinem Gründer und Ehrenvorsitzenden. Manfred Wieneke sei für KIMBALAND weit mehr als ein Vorsitzender gewesen: „Gründer, Visionär, Macher, Mittelpunkt und Fels in der Brandung“, schreibt der Verein.
Besonders deutlich wird in den Abschiedsworten die persönliche Verbundenheit. Das Team arbeite seit Jahrzehnten nahezu unverändert zusammen. Aus gemeinsamer Arbeit sei eine enge Gemeinschaft entstanden, aus dem Verein ein Stück Zuhause.
„Wir verlieren einen Menschen, der für uns längst Familie geworden ist“, heißt es in der Mitteilung. Wieneke hinterlasse eine Lücke, die sich kaum in Worte fassen lasse.
Mit großer Dankbarkeit erinnert sich das Team an die gemeinsame Zeit, an sein Wissen und das Vertrauen, das er seinen Mitstreitern entgegenbrachte. Die Mitteilung endet mit den Worten: „Danke für alles, Manfred. Du wirst uns fehlen. Mehr, als Worte sagen können.“
Erst vor zwei Wochen zum Ehrenvorsitzenden ernannt
Besonders traurig erscheint sein Tod vor dem Hintergrund der jüngsten Vereinsgeschichte. Erst am 10. Oktober 2026 hatte Wieneke nach 43 Jahren aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz abgegeben. Heidelies Wörner übernahm die Vereinsführung. Gleichzeitig wurde er in Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Nur zwei Wochen später ist der Mann verstorben, dessen Name bis heute fester Bestandteil der offiziellen Vereinsbezeichnung „Hundeakademie KIMBALAND e.V. by Manfred Wieneke“ ist.
Trauerfeier wird noch bekannt gegeben
Mit Manfred Wieneke verliert Alzey eine Persönlichkeit, die eindrucksvoll gezeigt hat, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann. Sein Lebenswerk wird mit KIMBALAND fortbestehen.
Der Verein kündigte an, Termin und Ablauf der Trauerfeier bekannt zu geben, sobald die Einzelheiten feststehen. Ausdrücklich eingeladen sind alle, die sich Manfred Wieneke verbunden fühlen, ihn auf seinem Lebensweg begleitet haben oder gemeinsam Abschied nehmen möchten.
Die Alzeyer Zeitung spricht seiner Familie, seinen Angehörigen und der gesamten KIMBALAND-Gemeinschaft ihr aufrichtiges Mitgefühl aus.




























