ALZEY-WORMS (k)- Im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Alzey-Worms stand jüngst die Arbeit im Bereich Kinderschutz und Familienunterstützung im Fokus. Netzwerkkoordinatorin Verena Nowak stellte die Aktivitäten der „Frühen Hilfen“ im vergangenen Jahr vor und machte deutlich, wie wichtig niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Familien mit kleinen Kindern sind.
Die Angebote richten sich an Familien mit Kindern bis zu drei Jahren und setzen direkt im Alltag an: Fachkräfte begleiten die Familien zu Hause und vermitteln bei Bedarf weitere Hilfsangebote. Ziel ist es dabei, vorhandene Ressourcen zu erkennen und gezielt zu stärken.
Nowak hob insbesondere die präventive Wirkung hervor. Ein Teil der Kinder wachse unter erhöhten Belastungen auf und habe dadurch ein größeres Risiko, Vernachlässigung oder Misshandlung zu erfahren. Durch frühzeitige Unterstützung könnten solche Entwicklungen jedoch abgefedert werden. Die Frühen Hilfen trügen somit dazu bei, die Entwicklungschancen der Kinder zu verbessern und ihre soziale Entwicklung positiv zu beeinflussen. Landrat Heiko Sippel betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Erreichbarkeit: „Es ist wichtig, dass wir die Familien erreichen.“
Zum Netzwerk gehören verschiedene Angebote. So beschäftigte sich die Arbeitsgemeinschaft Frühe Hilfen im vergangenen Jahr intensiv mit dem Medienkonsum von Kindern unter drei Jahren und unterstützte Eltern im Umgang damit. Darüber hinaus fördern Austauschformate wie Mütter- und Vätertreffen den Kontakt unter Eltern. Hier können sich Familien mit Babys austauschen und zugleich fachliche Unterstützung aus dem Bereich der frühkindlichen Entwicklung erhalten.
Die Zahlen zeigen den Umfang der Arbeit: Elf Fachkräfte sowie eine Familienhebamme begleiteten im vergangenen Jahr insgesamt 57 Familien im Landkreis.
Auch die Kreisjugendförderung zog im Ausschuss Bilanz. Kreisjugendpflegerin Annalena Zimmermann berichtete von gestiegenen Zuschüssen für Jugendfreizeiten. Diese beliefen sich auf rund 38.200 Euro und lagen damit deutlich über dem Vorjahreswert. Insgesamt gingen 146 Anträge ein – ein spürbarer Anstieg.
Freizeitangebote wie das Zeltlager in Nieder-Wiesen leisten dabei mehr als reine Unterhaltung: Sie fördern Kreativität, stärken Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenzen und tragen zur Entwicklung des Selbstbewusstseins bei. Auch im Bereich der Jugendarbeit im ländlichen Raum wurden mehr Anträge gestellt und höhere Fördermittel vergeben. Landrat Heiko Sippel unterstrich abschließend: „Der Bedarf ist nach wie vor hoch.“





























