Fotoquelle: Kreisverwaltung Alzey-Worms

ALZEY-WORMS (k)- Wie können Bus, Bahn, Fahrrad und weitere Verkehrsmittel künftig besser miteinander verknüpft werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich auch die Kreisentwicklung des Landkreises Alzey-Worms. Neue fachliche Impulse bringt nun Kreisentwickler Axel Abt mit, der den länderübergreifenden Lehrgang „Kommunales Mobilitätsmanagement Rheinland-Pfalz/Saarland“ erfolgreich abgeschlossen hat.

Bei der Abschlussveranstaltung am 28. Oktober 2026 in Bingen erhielt Abt sein Zertifikat aus den Händen von Staatssekretär Markus Wolf. Auch Kreisbeigeordnete Stephanie Jung nahm an der Veranstaltung teil.

Der Lehrgang wurde erstmals gemeinsam für Teilnehmende aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland angeboten. Insgesamt umfasste die Weiterbildung neun Lehrgangstage an den Standorten Mainz, Saarbrücken und Kaiserslautern.

Mobilität aus Sicht der Menschen betrachten

Im Mittelpunkt der Fortbildung stand ein ganzheitlicher Ansatz der Mobilitätsplanung. Dabei geht es nicht mehr ausschließlich darum, einzelne Straßen, Verkehrswege oder Verkehrsmittel getrennt voneinander zu betrachten.

Stattdessen sollen die alltäglichen Bedürfnisse der Menschen stärker berücksichtigt werden. Entscheidend ist beispielsweise, wie zuverlässig und sicher Arbeitsplätze, Schulen, medizinische Einrichtungen oder Einkaufsmöglichkeiten erreicht werden können.

Dafür müssen unterschiedliche Verkehrsangebote sinnvoll miteinander verbunden werden. Gleichzeitig spielen soziale, räumliche und ökologische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle.

Für Axel Abt, der beruflich auch als Stadtplaner ausgebildet ist, war insbesondere dieser Perspektivwechsel von Bedeutung. Die gewonnenen Erkenntnisse möchte er künftig verstärkt in die Kreisentwicklungsplanung einbringen.

Von öffentlichem Nahverkehr bis zur Bürgerbeteiligung

Die Inhalte des Lehrgangs deckten zahlreiche Bereiche der kommunalen Mobilitätsplanung ab. Dazu gehörten unter anderem Mobilitätsangebote im ländlichen Raum, der öffentliche Personennahverkehr sowie der Rad- und Fußverkehr.

Weitere Schwerpunkte bildeten die Bauleitplanung, die Verkehrssicherheit und die Beteiligung der Bevölkerung an Planungsprozessen.

Neben den fachlichen Inhalten bot die Weiterbildung Gelegenheit zum Austausch mit Vertretern anderer Kommunen. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung die Zusammenarbeit über Gemeinde-, Kreis- und Landesgrenzen hinweg für eine abgestimmte Mobilitätsentwicklung hat.

Zusammenarbeit über Verwaltungsgrenzen hinweg stärken

Kreisbeigeordnete Stephanie Jung hob insbesondere den länderübergreifenden Charakter des Lehrgangs hervor. Zukunftsfähige Mobilitätsangebote könnten nur durch gemeinsame Anstrengungen entstehen.

Der Austausch zwischen den Teilnehmenden aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland habe neue Kontakte geschaffen und könne die interkommunale Zusammenarbeit langfristig stärken.

Das während der Weiterbildung entstandene Netzwerk soll dazu beitragen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze für Mobilitätsfragen zu entwickeln.

Neue Impulse für die Kreisentwicklung

Auch im Landkreis Alzey-Worms gibt es verschiedene Ansatzpunkte, um die gewonnenen Erkenntnisse künftig zu nutzen.

Dazu gehört insbesondere die bessere Verknüpfung unterschiedlicher Mobilitätsangebote. Ebenso sollen die Erreichbarkeit wichtiger Einrichtungen und die Abstimmung zwischen der Entwicklung von Wohn- und Gewerbegebieten und den vorhandenen Verkehrsangeboten stärker berücksichtigt werden.

Eine Grundlage bildet unter anderem das bereits bestehende Radverkehrskonzept des Landkreises. Die daraus hervorgegangenen Kampagnen und Aktionen können durch weitere Maßnahmen ergänzt und gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen weiterentwickelt werden.

Langfristig soll das kommunale Mobilitätsmanagement fester Bestandteil der Kreisentwicklungsarbeit werden. Ziel ist eine Verkehrsplanung, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und Mobilität im Landkreis Alzey-Worms sicher, zuverlässig und alltagstauglich gestaltet.