TRAISEN (k)- Ein schwerer Waldbrand am Rotenfels bei Traisen im Landkreis Bad Kreuznach hält seit Samstagnachmittag zahlreiche Einsatzkräfte in Atem. Das Feuer ist in einem Gebiet ausgebrochen, in dem sich Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden befinden. Mehrere Explosionen erschweren den Einsatz. Die Lage ist weiterhin dynamisch, der Brand bislang nicht unter Kontrolle.
Nach Angaben des Landkreises brach das Feuer an einem Steilhang in der Nähe der Ortsgemeinde Traisen aus. Inzwischen stehen rund drei Hektar Wald in Flammen. Gefährdet sind zudem ein Rundfunkturm sowie eine Überlandleitung im Waldgebiet.
Wegen der Gefahr durch detonierende Weltkriegsmunition mussten rund 650 Menschen ihre Häuser verlassen. Betroffen war die gesamte Ortsgemeinde Traisen. Die Evakuierung eines Bereichs im Umkreis von einem Kilometer um den Brand musste bis 2 Uhr in der Nacht abgeschlossen sein. Nach Angaben des Landkreises handelt es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme. Eine unmittelbare Gefahr für die Wohnhäuser im Evakuierungsgebiet bestehe derzeit nicht.
Für die betroffenen Bewohner wurde eine Notunterkunft eingerichtet. Älteren oder kranken Menschen sowie Müttern mit Kindern unter drei Jahren bot der Landkreis an, Hotelzimmer zu vermitteln.
Der herbeigerufene Kampfmittelräumdienst bewertet die Lage fortlaufend. Zum Schutz der Einsatzkräfte setzt die Feuerwehr mobile Wasserwerfer ein, die ohne Personal vor Ort betrieben werden können. Neben Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und weiteren Hilfsorganisationen kam auch ein Polizeihubschrauber mit Löschmitteln zum Einsatz. Auch Einheiten des Brand- und Katastrophenschutzes des Landkreises Alzey-Worms sind vor Ort im Einsatz.
Landrätin Bettina Dickes bezeichnete das betroffene Waldstück als „eines der wichtigsten Naturschutzgebiete bei uns“. Der Brand sei „wirklich ein Unglück“. Für das Gebiet laufe derzeit ein Antrag auf Anerkennung als Weltnaturerbe.
Die Behörden bitten die Bevölkerung, den Bereich weiträumig zu meiden und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten.
Aktuelle Informationen zum Einsatz und zur Evakuierung veröffentlicht die Kreisverwaltung Bad Kreuznach über ihre Internetseite sowie ihre Facebook-Seite.





























